Aktuelle Renditen und Kennzahlen

Fairvalue ETF-Portfolios: Stark in schwachen Börsenphasen

Fairvalue ETF-Portfolios 1 bis 8

Die Fairvalue ETF-Portfolios haben sich seit dem Start unseres Live-Tests im November 2018 gut geschlagen. Die Risiken waren deutlich geringer als die des Weltaktienmarktes, zeigen die aktuellen Kennzahlen. Vor allem in schwachen Börsenphasen demonstrieren die Portfolios ihre Stärken.

Im Jahr 2018 testete Fairvalue verschiedene Portfolios aus börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf Basis von historischen Daten. Die Untersuchung zeigte: Bereits aus vier ETFs, die wenig korrelierte Anlageklassen abbilden, lassen sich Portfolios mit deutlich geringerem Risiko zusammenstellen im Vergleich zum Weltaktienmarkt.

Dieses Muster bleibt auch in unserem Live-Test stabil. Alle ETF-Portfolios mit vier Anlageklassen und mehr (Portfolio 4 bis 8) lieferten gemessen am Risiko höhere Renditen als der Weltaktienmarkt. Die Rendite über dem sicheren Geldmarktzins pro Risikoeinheit drückt die Sharpe Ratio aus (siehe Tabellen). Auch die maximalen Wertverluste der Portfolios 4 bis 8 waren deutlich niedriger als die des Weltaktienmarkes gemessen am MSCI All Country World Index (MSCI ACWI).

Langfristiges Ziel dieser diversifizierten ETF-Portfolios, die ausschließlich aus riskanten Anlageklassen bestehen, ist die Erwirtschaftung einer Rendite, die der des MSCI ACWI ähnelt. Allerdings erwarten wir von unseren Portfolios geringere Wertschwankungen und damit eine höhere Rendite gemessen am eingegangenen Risiko. Mit langfristig meinen wir einen Zeitraum von zehn bis 35 Jahren.

Während starken Kursaufschwüngen am Weltaktienmarkt dürften die ETF-Portfolios mit dem MSCI ACWI nicht mithalten können, wie etwa seit Oktober 2020. In Schwächephasen und bei Börsencrashs sollten sie sich aber besser entwickeln.

Im Großen und Ganzen ging unsere Rechnung auch während des jüngsten Kurssturzes, ausgelöst von der Corona-Pandemie, auf. Während der Weltaktienmarkt in der Spitze fast 34 Prozent an Wert verlor, waren die Verluste der Fairvalue ETF-Portfolios 4 bis 8 um knapp 10 Prozentpunkte geringer (siehe Tabelle).

Fairvalue ETF-Portfolios 1 bis 8: Aktuelle Renditen und Risikokennzahlen

Quellen: ETF-Anbieter, Börse Frankfurt, Fairvalue-Berechnungen. Stand: 11.02.2022

Die ETF-Portfolios werden einmal jährlich rebalanciert. Die Renditen sind nach Fondskosten berechnet. Abgeltungssteuer und Transaktionskosten wurden dagegen nicht berücksichtigt, weil sie für jeden einzelnen Anleger individuell sind. Zudem haben wir unterstellt, dass auch in Bruchstücke investiert werden kann.

Aus welchen Anlageklassen die einzelnen Portfolios bestehen, wie sie gewichtet werden und mit welchen ETFs wir sie abbilden, lesen Sie in dem neuen Buch „Das ETF-Portfolio“ von Fairvalue-Herausgeber Markus Neumann. Blick ins Buch

ETF-Portfolios mit Euro-Staatsanleihen

Anlegern, denen diese Portfolios zu riskant erscheinen, können sie mit einem Anteil aus sicheren europäischen Staatsanleihen, Festgeld und Tagesgeld kombinieren, so dass die Vermögensaufteilung ihrem persönlichen Risikoprofil entspricht.

Wir vertreten die Ansicht, dass die meisten Anleger keine Anleihen-ETF, die Euro-Staatsanleihen enthalten, im Portfolio brauchen, weil sie in diese schon über private Altersvorsorgeverträge wie Riesterrenten und Kapitallebensversicherungen investieren.

Dennoch wollen wir Ihnen anhand von drei Portfolios zeigen, welche Wirkung es hat, wenn Sie einen Teil ihres Geldes in Euro-Staatsanleihen investieren. Dadurch werden unsere Strategien auch mit verschiedenen Mischfondskategorien und mit den Portfolios digitaler Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisors, vergleichbar.

Wir haben das Portfolio 7 ausgewählt und kombinieren es mit Euro-Staatsanleihen. In der sichersten Variante beträgt der Anteil riskanter Anlagen (unser Portfolio 7) am Gesamtportfolio nur 30 Prozent. Der Rest steckt einem börsengehandelten Indexfonds auf Euro-Staatsanleihen aller Laufzeiten mit guter Bonität.

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich drei verschiedene Mischungen seit November 2018 entwickelten:

Fairvalue-Portfolios mit Euro-Staatsanleihen: Unterschiedliche Gewichtungen im Vergleich

Quellen: ETF-Anbieter, Börse Frankfurt, Fairvalue-Berechnungen. Stand: 11.02.2022

Ob es vorteilhafter ist, statt Anleihen Festgeld und Tagesgeld einzusetzen, lesen Sie in dem Buch „Das ETF-Portfolio“.

Portfolio 7 mit Risikomanagement

Fairvalue hat auch einfache Trendfolgestrategien auf Basis gleitender Durchschnitte wie der sogenannten 200-Tage-Linie untersucht. Ergebnis: Die Strategie eignet sich, um Kursverluste zu dämpfen. Überdurchschnittlich Renditen sind langfristig allerdings wenig wahrscheinlich. Zudem funktionierte das Trendfolgekonzept nicht mit allen Anlageklassen in unserem Portfolio.

In unserem Live-Test setzen wir die Trendfolgestrategie im ETF-Portfolio 7 als aktives Risikomanagement ein. Allerdings nur bei zwei Anlageklassen. Liegen deren Kurse zum Monatsende unter der 200-Tage-Linie, werden diese Positionen verkauft. Wir steigen wieder ein, wenn die Notierungen wieder über die Linie steigen und sich dort bis zum Ende des Monats gehalten haben.

Seit Ende November 2018, dem Beginn dieser Live-Portfoliomessung, führte das Trendfolgekonzept zu mehreren Verkäufen und Rückkäufen. So wurde die 200-Tage-Linie beispielsweise Ende Februar 2020 während des Corona-Crashs gerissen.

Fairvalue-Portfolio mit Trendfolgestrategie

Quellen: ETF-Anbieter, Börse Frankfurt, Fairvalue-Berechnungen. Stand: 11.02.2022

Das Risiko des Portfolios mit Trendfolge war wie erwartet geringer als das des Buy-and-Hold-Portfolios. Allerdings war auch die Rendite niedriger. Die Sharpe Ratio war dagegen höher. Wie Sie eine Trendfolgestrategie sinnvoll in einem ETF-Portfolio einsetzen, lesen Sie in dem Buch „Das ETF-Portfolio“.

Fairvalue-Kommentar

Wegen des starken Aufschwungs am Weltaktienmarkt konnte keines der diversifizierten ETF-Portfolios bei der Wertentwicklung mithalten. Am schlechtesten schnitt das Portfolio 7 ab. Ursache ist die relativ große Position Immobilienaktien, die sich im Vergleich zu den anderen sieben eingesetzten Anlageklassen mit Abstand am schlechtesten entwickelten (was wir bereits im September 2020 vermutet hatten). Als einzige der von uns verwendeten Anlageklassen haben Immobilienaktien die Verluste aus dem Corona Crash im Frühjahr 2020 noch nicht aufgeholt. Zwar enthält auch das Portfolio 8 Immobilienaktien. Doch die Position ist kleiner. Zusätzlich befinden sich in diesem Portfolio Rohstoffe, die sich hervorragend entwickelten und die Gesamtrendite nach oben zogen.

© Fairvalue, aktualisiert am 18.02.2022

Quellen

Eigene Recherchen und Berechnungen

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