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Anlagestrategie

Fairvalue Multi Asset ETF-Portfolio: Geringe Schwankungen, hohe Rendite

Von Markus Neumann

Fairvalue Multi Asset ETF-Portfolio

Alles im Gleichgewicht: Das Fairvalue Multi Asset ETF-Portfolio.

Das Fairvalue Multi Asset ETF-Portfolio ist eine passive Strategie aus sieben riskanten Anlageklassen. Ziel ist eine aktienähnliche Rendite bei einem deutlich geringeren Risiko. Im ersten Anlagejahr haben sich diese Erwartungen erfüllt.

Vor gut einem Jahr haben wir verschiedene Portfolios aus börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf Basis von historischen Daten getestet. Die in der Vergangenheit erfolgreichste strategische Asset Allocation war ein Portfolio aus sieben gleichgewichteten Anlageklassen. Diese Multi-Asset-Strategie haben wir ab Ende November 2018 live ins Rennen geschickt. Den sogenannten Backtest finden Sie in dem Beitrag ETF-Portfolio.

Langfristiges Ziel unseres ETF-Portfolios, das ausschließlich aus riskanten Anlageklassen besteht, ist die Erwirtschaftung einer ähnlichen Rendite wie die des MSCI World Index. Allerdings erwarten wir von unserem Portfolio deutlich geringere Wertschwankungen und damit eine gemessen am eingegangenen Risiko höhere Rendite. Die Rendite über dem sicheren Geldmarktzins pro Risikoeinheit drückt die Sharpe Ratio aus (siehe Tabellen). Mit langfristig meinen wir einen Zeitraum von 10 bis 35 Jahren.

Während starken Kursaufschwüngen am Weltaktienmarkt dürfte das ETF-Portfolio mit dem MSCI World nicht mithalten können. In Schwächephasen und bei Börsencrashs wird es sich dafür aber besser entwickeln. Dafür sollen die Anleihen und Gold sorgen. Aber auch Nahrungsmittel- und Euro-Immobilienaktien zeigten sich in der Vergangenheit bei größeren Kursstürzen vergleichsweise stabil.

Die Vermögensaufteilung

Das Fairvalue Multi Asset ETF-Portfolio ist eine passive Strategie, die auf aktives Portfolio-Management bewusst verzichtet. Lediglich die Anteile der einzelnen Anlageklassen setzten wir von Zeit zu Zeit auf ihre Startgewichtung zurück (Rebalancing). Dafür müssen die Abweichungen so groß sein, dass die relativen Kosten einer Umschichtung nicht unangemessen hoch ausfallen.

Anlegern, denen dieses Portfolio zu riskant erscheint, können es mit einem Anteil aus sicheren europäischen Staatsanleihen, Festgeld und Tagesgeld kombinieren, so dass die Vermögensaufteilung ihrem persönlichen Risikoprofil entspricht. Wie Sie die richtige Balance finden, erklärt unser Beitrag Asset Allocation.

Für das Portfolio haben wir die folgenden ETF ausgewählt. Die gewichteten durchschnittlichen Kosten dieser Fonds betragen 0,38 Prozent. Wie wir ETF selektieren, beschreibt der Artikel ETF-Empfehlungen.

Anlageklassen und ETF in der Übersicht

Quellen: ETF-Anbieter, Deutsche Börse, Portfolio Visualizer, Fairvalue, Stand: Dezember 2019.

Der Startwert des Multi Asset ETF-Portfolios beträgt knapp 50.000 Euro, die wir am 30.11.2018 fiktiv investiert haben. Kaufkurse, Stückzahlen und die Gewichte der einzelnen Anlageklassen, zeigt die nächste Übersicht.

Das Startportfolio

Quellen: ETF-Anbieter, Deutsche Börse, Portfolio Visualizer, Fairvalue, Stand: Dezember 2019.

So entwickelte sich das Fairvalue Multi Asset ETF-Portfolio

Im ersten Jahr hat sich unser ETF-Portfolio trotz des kräftigen Kursaufschwunges am Weltaktienmarkt überraschend gut geschlagen. Ursache sind die hohen Renditen von Gold und Schwellenländeranleihen. Die Sharpe Ratio des Portfolios ist um mehr als die Hälfte höher verglichen mit dem MSCI World. Ausgezahlte Dividenden wurden am Zahltag reinvestiert.

Multi Asset ETF-Portfolio im Vergleich zum MSCI World

Fairvalue Multi Asset ETF-Portfolio versus MSCI World

Quellen: ETF-Anbieter, Deutsche Börse, Portfolio Visualizer, Fairvalue, Stand: Dezember 2019.

Die Volatilität des ETF-Portfolios war deutlich niedriger als die des MSCI World

Quellen: ETF-Anbieter, Portfolio Visualizer, Fairvalue, Stand: Dezember 2019.

Absolut betrachtet beträgt der Wertzuwachs des ETF-Portfolio 8165 Euro vor Anschaffungskosten und Steuern. Diese Abzüge haben wir in unserer Kalkulation nicht berücksichtigt, weil sie für jeden Anleger unterschiedlich ausfallen.

Quellen: ETF-Anbieter, Deutsche Börse, Portfolio Visualizer, Fairvalue, Stand: Dezember 2019.

Tipp: Bleiben Sie über die Entwicklung unserer Portfolios immer auf dem Laufenden – mit dem kostenlosen Fairvalue-Newsletter.

Die niedrigen Wertschwankungen des ETF-Portfolios sind auf die zum Teil sehr niedrigen Korrelationen der einzelnen Anlageklassen zurückzuführen, die für eine gute Diversifikation sorgen. Die nächste Tabelle zeigt die Korrelationen zwischen Anfang Dezember 2018 und Ende November 2019.

Korrelation der Anlageklassen

Quellen: ETF-Anbieter, Deutsche Börse, Portfolio Visualizer, Fairvalue, Stand: Dezember 2019.

Fairvalue-Kommentar

Für die gute Wertentwicklung des Multi-Asset ETF-Portfolios in den ersten zwölf Monaten sorgten vor allem Gold und Schwellenländeranleihen. Zu den stark gestiegenen Notierungen dürfte vor allem die Kehrtwende der US-amerikanischen Notenbank beigetragen haben. Nach einer Phase der Straffung lockerte sie die Geldpolitik wieder und senkte die Leitzinsen, wovon Gold und Anleihen in der Regel profitieren.

Die geringste Rendite lieferten Aktien aus den Schwellenländern. Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends hatte diese Anlageklasse noch sehr hohe Renditen abgeworfen. Doch seit die chinesische Wirtschaft nicht mehr mit den exorbitanten Raten der Vergangenheit wächst, sind die Emerging Markets aus der Mode geraten. Da kein Trend an den Weltbörsen ewig währt, wird sich das Blatt in der Zukunft auch wieder wenden.

Erfahrungsgemäß werden es im nächsten Jahr andere Anlageklassen sein, die das Portfolio treiben.

Fairvalue-Empfehlungen

Falls Sie unser ETF-Portfolio nachbauen möchten, sollten Sie sich dafür eine günstige Direktbank oder einen Onlinebroker suchen. Wir empfehlen die Wertpapierdepots von Comdirect*, Consorsbank* und der Onvista Bank*. Zwar sind auch die ING-Diba* und die DKB* auf unserer Empfehlungsliste. Doch über diese Banken können Sie kein Xetra Gold handeln. Bei den drei anderen Anbietern kostet die Verwahrung von Xetra Gold 0,357 Prozent vom Bestandswert pro Jahr. Bei einer Position in Höhe von 8000 Euro belaufen sich die jährlichen Kosten auf 28,56 Euro.

Hintergrund: Xetra Gold ist eine mit pyhsischem Geld gedeckte Schuldverschreibung. Die Goldbestände werden bei der Verwahrstelle Clearstream gelagert. Die wiederum verlangt dafür ein Entgelt. Diese Kosten reichen manche Depotbanken seit 2017 an ihre Kunden weiter. Andere haben sich dafür entschieden, keinen Handel mehr mit Xetra Gold abzuwickeln.

Details zu den Depot-Anbietern und weitere Empfehlungen finden Sie in unserem Depot-Vergleich.

Was der Stern* an manchen Links bedeutet

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© Fairvalue 14.12.2019

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