ungeeignet - Regenwolke

Kapitallebensversicherung

Es gibt sie als klassisches Produkt und als Fondsgebundene Kapitallebensversicherung. Beide Varianten verbinden eine Erlebensfall- und eine Todesfallleistung. Stirbt der Versicherte vor Vertragsende, überweist der Versicherer an dessen Begünstigten eine einmalige Summe – die Todesfallleistung. Ihre Mindesthöhe wird bei Vertragsschluss festgelegt.

Erlebt der Versicherungsnehmer das Vertragsende seiner klassischen Kapitallebensversicherung, wird die Erlebensfallleistung fällig. Sie wird häufig auch Ablaufleistung genannt. Dann zahlt der Versicherer auf einen Schlag die garantierte Versicherungssumme inklusive der angesammelten Überschussbeteiligung und eines möglichen Schlussüberschusses an den Kunden aus.

Durch die Kombination der beiden Leistungen kann ein Versicherungsnehmer für zwei Fälle gleichzeitig vorsorgen: Er sichert seine Angehörigen ab, die im Falle seines Todes in finanzielle Not geraten könnten. Und er spart mit einem Teil seines Beitrags eine Summe an, die er im Alter möglicherweise benötigt, um seinen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Das klingt erst einmal nicht schlecht. Doch die Nachteile von Kapitallebensversicherungen sind beachtlich: Die Versicherungsunternehmen binden ihre Vertragspartner in einem unflexiblen Vertrag – oft über mehrere Jahrzehnte. Der Sparvorgang, der in dem Versicherungsprodukt enthalten ist, macht die Absicherung von Angehörigen teuer. Viele Kunden vereinbaren deshalb eine zu niedrige Todesfallleistung, weil sie die Beiträge für das Gesamtprodukt sonst nicht zahlen könnten.

Gleichzeitig kostet die Versicherung des Todesfallrisikos Rendite. Denn je älter ein Versicherter ist, desto teurer ist die Absicherung seines Todesfallrisikos. Hinzu kommen in den meisten Fällen hohe Kosten für Verwaltung und Vertrieb, die ein Kunde kaum erkennen kann. Zudem sind die Steuervorteile von Kapitallebensversicherungen weggefallen. Die Erträge – Auszahlung abzüglich eingezahlter Beiträge – muss der Kunde bei ab 2005 geschlossenen Verträgen voll mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern. Ist er mindestens 62 Jahre alt und lief der Vertrag mindestens zwölf Jahre lang, ist nur auf die Hälfte der Summe die individuelle Steuer fällig.

Empfehlung

Wer vor allem sparen will, ist mit einer Kapitallebensversicherung nicht gut bedient. Und wer seine Angehörigen absichern möchte, sollte besser eine Risikolebensversicherung abschließen.

© Fairvalue, aktualisiert am 09.01.2019

Beitrag teilen

Alle Finanzprodukte in der Übersicht

Aktuelle Beiträge

Geldanlage

Der MSCI World treibt vielen Fondsmanagern Tränen in die Augen

Internationale Aktien

MSCI World – Dieser Index bringt die besten Fondsmanager zum Weinen

Der MSCI World ist der beliebteste Weltaktienindex bei privaten Anlegern. Vielen Fondsmanagern treibt das Börsenbarometer dagegen regelmäßig Tränen in die Augen. Denn die meisten aktiv gemanagten Fonds schaffen es langfristig nicht, den Index zu schlagen. Doch was macht den MSCI World so erfolgreich? Ein Blick unter die Motorhaube.

Wer Performance Fee kassiert, hat viel Geld zu zählen

Erfolgsvergütungen

Performance Fee – Wie Fonds ihre Anleger schröpfen

Aktienfonds, die eine Erfolgsvergütung, die sogenannte Performance Fee, verlangen, erzielen niedrigere Renditen als Fonds, die darauf verzichten. Das zeigt eine neue Studie der London Business School. Ursache sind vor allem fragwürdige Abrechnungsmodelle, die es Fonds ermöglichen, trotz mäßiger Leistungen hohe Vergütungen zu kassieren.

ETF-Portfolio Monte-Carlo-Simulation

Geldanlage

Monte-Carlo-Simulation – So viel Rendite bringt ein gutes ETF-Portfolio

Wer Anlageentscheidungen trifft, orientiert sich meist an historischen Renditen. Doch die sagen ebenso wenig über die Zukunft aus wie sogenannte Punktprognosen. Mit Hilfe einer Monte-Carlo-Simulation lassen sich aber relativ realistische Wahrscheinlichkeiten berechnen, mit denen etwa ein ETF-Portfolio bestimmte Renditen erzielen wird – eine wertvolle Orientierungshilfe für Anleger.

Die Asset Allocation bestimmt Rendite und Risiko

Ratgeber

Asset Allocation – So finden Sie Ihre Balance zwischen Rendite und Risiko

Die sogenannte Asset Allocation, die Aufteilung des Vermögens zwischen sicheren und riskanten Anlagen, bestimmt bei passiven Portfolios die künftige Rendite und das Risiko. Die richtige Mischung zu finden, ist besonders für unerfahrene Anleger nicht trivial.

Ratgeber

Diversifikation – Die unterschätzte Kraft der raffinierten Mischung

Eine gute Diversifikation ist eine der wichtigsten Grundlagen für eine erfolgreiche Portfoliostrategie. Das ist ein alter Hut. Doch Privatanleger handeln meistens nicht danach, wie Studien zeigen. Die Folgen sind unnötig hohe Risiken im Portfolio und meist geringere Renditen.

Ratgeber

Die elf wichtigsten Anlageklassen für Ihr Portfolio

Welche Anlageklassen sollten in einem robusten Portfolio enthalten sein? Fairvalue hat elf Bausteine zusammengestellt, aus denen Privatanleger gut diversifizierte Depots konstruieren können.

Dossier

Kapitalanlage

Vorsicht Finanzberatung

Wenn es um Geldanlage geht, lassen sich die meisten Deutschen von ihrem Finanzberater einwickeln. Doch deren Anlagevorschläge sind oft nicht im Interesse des Kunden. Denn Banken empfehlen gerne die Produkte, an denen sie die höchsten Provisionen verdienen. Deshalb ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Wie Sie einen guten von einem schlechten Berater unterscheiden, lesen Sie in unserem Dossier.

Vorsicht Finanzberatung

PRODUKTCHECK