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Riester-Rentenversicherung

Geeignet zur Altersvorsorge für bequeme Sparer bis Ende 40 mit langem Atem und sicherem Einkommen.

Klassische Riester-Rentenversicherungen werden von Versicherungsgesellschaften angeboten, aber auch von Banken vertrieben. Sparer zahlen regelmäßig einen bestimmten Betrag ein und erhalten dafür am Vertragsende eine lebenslange Rente. Der Staat fördert diese Verträge mit direkten Zulagen und Steuervorteilen (siehe Riester-Verträge).

Die Mindestrente, die ein Sparer bekommt, steht bereits bei Vertragsabschluss fest. Ebenso der Garantiezins, der derzeit 0,9 Prozent beträgt. Er wird allerdings nur auf die Einzahlungen nach Abzug der Abschluss- und Verwaltungskosten bezahlt. Die tatsächlich garantierte Rendite auf alle Einzahlungen liegt deshalb in vielen Fällen noch deutlich niedriger. Denn die Kosten sind zum Teil üppig. Die teuersten Versicherer kassieren 16,5 Prozent von den Kundenbeiträgen und 7,5 Prozent von den staatlichen Zulagen. Dass hier am Ende nicht viel mehr als die verschwindend geringe Mindestrente herauskommen kann, liegt auf der Hand.

Für Riester-Rentenversicherungen, die nach 2005 abgeschlossen wurden, dürfen die Anbieter die Kosten für die gesamte Vertragslaufzeit innerhalb der ersten fünf Jahre abziehen. Die Folge: In der Anfangsphase fließt ein beträchtlicher Teil Ihres Geldes erst einmal in die Taschen von Versicherern und Vermittlern, der Wert Ihres Vertrages rutscht zunächst in die Miesen.

Das mag manchen frustrieren. Doch mit zunehmender Laufzeit ist die Scharte irgendwann ausgewetzt. Sparer brauchen deshalb einen langen Atem. Eine Riester-Rentenversicherung lohnt sich nur, wenn Sie den Vertrag bis zum Ende bedienen und ein Angebot mit guten Konditionen wählen.

Doch solche Verträge sind rar. Bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest bekamen von 29 Anbietern lediglich 5 die Note gut. Die Auszeichnung „sehr gut“ erhielt kein einziger Tarif.

Renditechance

Die Mindestverzinsung ist gesetzlich festgelegt und bei allen Anbietern gleich. Wie hoch die Mindestrente bei gleichen Einzahlungsbeträgen und gleicher Vertragslaufzeit ausfällt, hängt demnach von den Kosten ab. Je höher sie sind, desto geringer die garantierte Rente.

Um ein Angebot mit geringen Kosten zu finden, können sich Sparer an der garantierten Rente orientieren. Denn die Verträge sind oft so intransparent, dass selbst Experten Mühe haben, die Abschluss und Verwaltungskosten zu bestimmen. Zusätzlich zur Mindestrente sind Sparer noch an Überschüssen beteiligt. Doch ob es welche gibt und wie hoch sie sind, ist ungewiss. Entscheidend ist, wie gut oder schlecht der Versicherer mit den Einzahlungen wirtschaftet und wie er seine Kunden am Anlageerfolg beteiligt. Anbieter, die für ihre Kunden sehr gut anlegen, stocken die garantierte Rente noch kräftig auf.

Sicherheit

Mit einer Riester-Rentenversicherung gehen Sie kein Risiko ein, wenn Sie bis zum Schluss am Ball bleiben. Die Gefahr besteht darin, dass Sie – aus welchen Gründen auch immer – frühzeitig wieder aussteigen. Dann ist es wahrscheinlich, dass Sie Geld verlieren, weil Ihnen die hohen Kosten für den Gesamtvertrag bereits in den ersten fünf Jahren abgezogen werden. Zudem müssen Sie bei einer Kündigung die staatlichen Zulagen zurückzahlen.

Können oder möchten Sie den Vertrag nicht weiterführen, ist es deshalb besser, ihn beitragsfrei zu stellen und bis zur Fälligkeit ruhen zu lassen. Nach Berechnungen des Bamberger Finanzwissenschaftlers Andreas Oehler verlieren Sparer jährlich 16 Milliarden Euro, weil sie private Renten und Kapitallebensversicherungen vorzeitig kündigen müssen. Die Versicherungswirtschaft bestreitet diese Zahlen selbstverständlich.

Flexibilität

Riester-Rentenversicherungen sind im Vergleich zu Riester-Banksparplänen ein Klotz am Bein. Theoretisch können Sparer den Vertrag wechseln, aber dann verlieren sie wegen der hohen Abschlusskosten Geld (siehe oben). Für Riester-Rentenversicherungen gilt die Parole: Durchhalten!

Empfehlung

Wenn Sie nur noch wenig Zeit bis zur Rente haben oder nicht sicher sind, dass Sie den Vertrag bis zum Ende durchhalten, sind Sie in der Regel mit einem Riester-Banksparplan besser bedient. Lassen Sie sich von Ihrem Bankberater nicht die erstbeste Riester-Rentenversicherung aufschwatzen. Die meisten Banken arbeiten nur mit einer Versicherungsgesellschaft zusammen und bieten deshalb keine Auswahl. Bei der Stiftung Warentest können Sie nach guten Angeboten recherchieren und sich dann direkt an den Anbieter wenden. Falls Ihnen dessen Vertreter eine  Riester-Fondspolice anpreist, sollten Sie sich nicht beirren lassen und an dem ursprünglich gewählten Produkt festhalten.

© Fairvalue 09.11.2017

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