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Gold

Geeignet für Anleger, die eine Art Risikoversicherung gegen Finanzmarktkatastrophen suchen oder die spekulieren wollen.

Gold ist weltweit einer der gefragtesten Sachwerte. Es wird seit Jahrtausenden gefördert, diente über Jahrhunderte als Zahlungsmittel und ist bis heute der bevorzugte Rohstoff für Schmuck. Zentralbanken von Staaten halten zum Teil große Goldbestände als Währungsreserve. Anleger kaufen Gold, um sich gegen Finanzmarktkrisen und steigende Inflationsraten abzusichern. Hintergrund: Anders als Papiergeld ist Gold nicht beliebig vermehrbar. Es muss erst mühsam der Erde ab gerungen werden. Die Förderung ist aufwendig und teuer.

Anleger können direkt in Gold investieren, indem sie Barren oder Münzen kaufen. Zudem gibt es Goldfonds, Zertifikate und Exchange Traded Commodities (ETC), die die Goldpreisentwicklung abbilden. Hinzu kommen Hebelprodukte wie Optionen und Futures, mit denen sich Gewinnchancen und Verlustrisiken vervielfachen lassen. Sie sind für Kleinanleger nicht geeignet.

Renditechance

Im Frühjahr 2001 war eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) noch für 255 US-Dollar zu haben. Gut zehn Jahre später, im August 2011, verlangten Goldhändler 1.912 US-Dollar – ein Preisanstieg von unglaublichen 650 Prozent. Wer in Gold investiert, setzt allein auf die Preisentwicklung. Das Edelmetall wirft weder Zinsen wie Anleihen noch Dividenden wie viele Aktien ab. Im Gegenteil: Die Aufbewahrung von Goldbarren, etwa in einem Bankschließfach, kostet jährlich Geld. Bliebe der Goldpreis konstant, würden diese Kosten das Vermögen von Jahr zu Jahr abschmelzen.

Sicherheit

Der Goldpreis ist bei weitem nicht so stabil wie das Edelmetall selbst. Die Notierungen schwanken erheblich. Seit dem Allzeithoch von 1.912 US-Dollar pro Feinunze sackte der Goldpreis zum Entsetzen vieler Kleinanleger wieder deutlich ab. Zwischenzeitlich betrugen die Verluste fast 35 Prozent. Wie sich der Markt weiter entwickelt, weiß niemand. Der Goldpreis lässt sich ebenso wenig mit Sicherheit voraussagen wie die Notierungen von Aktien oder anderen Rohstoffen.

Auch für den vermeintlichen Inflationsschutz von Gold, mit dem Banken und Goldhändler gerne werben, gibt es keine Garantie. Anfang der siebziger Jahre stiegen die Goldpreise noch gemeinsam mit den Inflationsraten. Auch zu Beginn der achtziger Jahre verteuerte sich Gold in der Hochinflationsphase. In der dritten Phase hoher Inflationsraten Anfang der 1990er Jahre reagierte der Goldpreis aber deutlich schwächer. Das zeigt, dass ein Anstieg der deutschen Inflation keine Wirkung auf den Goldpreis haben muss. Offenbar sind größere Krisen beziehungsweise die Angst davor nötig, um ihn in die Höhe zu treiben.

Die Wahrscheinlichkeit, mit Gold innerhalb eines Jahres einen Verlust zu erzielen, ist beträchtlich, wie Analysen der Zeitschrift Finanztest belegen: In über 40 Prozent der untersuchten Einjahreszeiträume lagen Anleger mit Gold im Minus. Zum Vergleich: Bei Aktien waren es nur 30 Prozent. Der Glanz des Goldes trübt sich noch weiter ein, wenn man sich die längsten Phasen realer Verluste anschaut. Wer sich Anfang der 1980er Jahre von der Panik um die zweite Ölkrise und den Einmarsch der Russen in Afghanistan anstecken ließ und Gold auf dem Höchststand kaufte, musste 27 Jahre warten, bis er zumindest seinen Einsatz wieder heraus hatte.

Der sicherste und transparenteste Weg, in Gold zu investieren, ist der Kauf von Barren oder Münzen. Bei Wertpapieren, die den Goldpreis abbilden, handelt es sich meistens um Schuldverschreibungen. Diese werden bei einer Pleite des Herausgebers wertlos. Und die Wahrscheinlichkeit von Pleiten steigt bekanntlich während Finanzkrisen, vor denen sich Anleger mit Goldinvestitionen gerade schützen wollen.

Auch mit physischem Gold besicherte ETC sind keine sichere Bank. Bei dieser ETC-Variante kaufen die Herausgeber Goldbarren im Wert der ausgegebenen Wertpapiere. Das Edelmetall wird von Tochtergesellschaften verwahrt, die rechtlich von den anderen Geschäftsfeldern des Unternehmens getrennt sind. Das soll das Anlegergold vor einer Insolvenz der Muttergesellschaft schützen. Doch auch bei dieser Konstruktion gibt es Fallstricke. Dass im Ernstfall tatsächlich genügend Gold zur Verfügung steht, um auch alle Ansprüche der Investoren zu decken, ist ungewiss.

Dieses Problem ließe sich einfach lösen, wenn ein Investmentfonds das Gold kaufen und Anteile ausgeben würde. Denn die Anlegergelder sind bei Fonds geschütztes Sondervermögen und ähnlich sicher wie ein Barren in einem Bankschließfach. Doch solche Fonds sind in Deutschland gesetzlich nicht zulässig. Fonds dürfen hierzulande nicht ausschließlich in eine einzige Position, in diesem Falle Gold, investieren, sondern müssen die Anlegergelder immer streuen.

Sogenannte Goldfonds, die den Goldpreis abbilden wollen und in Deutschland angeboten werden, enthalten deshalb maximal bis zu einem Drittel echtes Gold. Der Rest verteilt sich auf andere Wertpapiere wie Staatsanleihen und Zertifikate.

Flexibilität

Goldbarren mit einem Feingoldgehalt von 999,9, also von 99,99 Prozent, die von der London Bullion Market Association (LBMA) zertifiziert sind, lassen sich problemlos zu Bargeld machen. Gold geringerer Qualität ist dagegen schwerer wieder zu verkaufen. Auch international anerkannte Münzen, für die täglich An- und Verkaufskurse ermittelt werden, bieten Anlegern hohe Flexibilität. Zu den beliebtesten zählen Krügerrand, Eagle, Maple Leaf, Britannia, Wiener Philharmoniker und Känguruh. Sie sind aber wegen der höheren Transaktionskosten im Vergleich zu Goldbarren weniger empfehlenswert. Für Letztere gilt: Je geringer das Gewicht des Barrens, desto höher sind die An- und Verkaufskosten im Verhältnis zur Anlagesumme.

Finanzprodukte wie ETC, die den Goldpreis abbilden, können täglich zu den Handelszeiten an Börsen ge- und verkauft werden.

Empfehlung

Wer Gold als Krisenschutz kauft, ist nur mit Barren oder Münzen auf der sicheren Seite. Der Goldanteil im Depot sollte nicht mehr als 10 Prozent betragen. Anleger, die lediglich auf den Goldpreis spekulieren oder ihr Depot zusätzlich diversifizieren wollen, sind mit ETC oder Zertifikaten auf den Goldpreis besser bedient, die bequem und kostengünstig an Börsen gehandelt werden können.

© Fairvalue, aktualisiert am 04.01.2019

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