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Festgeld

Geeignet für alle Sparer und Anleger, die Geld kurz bis mittelfristig sicher anlegen wollen und diese Summe während der Laufzeit nicht benötigen.

Als Festgeld oder auch Termingeld wird Geld bezeichnet, das auf Festgeldkonten für einen bestimmten Zeitraum zu einem festen Zinssatz angelegt wird. Es gibt kurzfristige Festgelder mit Laufzeiten ab 30 bis meist 360 Tagen und längerfristige mit Laufzeiten bis zu zehn Jahren. Nicht selten können Festgeldkonten erst ab einer Mindestanlagesumme eröffnet werden, die häufig zwischen 2.500 und 5.000 Euro rangiert.

Bei kurzfristigen Festgeldern wird der Zins am Ende der Laufzeit bezahlt. Bei mehrjährigen Verträgen werden die Erträge meist jährlich ausgeschüttet und versteuert, falls kein Freistellungsauftragerteilt wurde oder dieser schon ausgeschöpft ist. Die Zinsen werden entweder dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto gutgeschrieben oder im Festgeldkonto angelegt. Letzteres ist vorteilhafter, weil Anleger bei diesem Verfahren automatisch vom Zinseszinseffekt profitieren und sich nicht selbst um die Wiederanlage ihres Zinsertrages kümmern müssen. Egal, ob die Zinsen auf dem Festgeldkonto oder einem anderen Konto landen: In beiden Fällen entspricht die Verzinsung auch der jährlichen Rendite.

Es gibt aber auch mehrjährige Festgeldvarianten, bei denen die gesamten Zinsen erst am Ende der Laufzeit gutgeschrieben und versteuert werden. In der Fachsprache nennt sich das „endfällig“. Solche endfälligen Festgelder sind für die meisten Anleger ungünstig, weil dann die Zinserträge mehrerer Jahre auf einen Schlag steuerpflichtig und die Freibetragsgrenzen von 801/1 602 Euro überschritten werden können.

Zudem tricksen manche Banken bei solchen Angeboten: Sie zahlen einfach keinen Zinseszins. Das schmälert die Rendite. Wenn Sie ein endfälliges Festgeldkonto ins Auge fassen, sollten Sie immer explizit nach dem Zinseszins fragen und sich eine Berechnung der Zinsen aushändigen lassen.

Einen wichtigen Unterschied gibt es auch zum Laufzeitende. Manche Banken überweisen dann Anlagesumme und Erträge unaufgefordert auf das Girokonto des Kunden. Andere Verträge müssen Sie dagegen vor Ablauf der Frist kündigen. Andernfalls legt die Bank oder die Sparkasse das Geld mit derselben Laufzeit wie zuvor wieder an – zu den dann aktuellen Konditionen. Damit Sie hier vor Überraschungen geschützt sind, sollten Sie die Modalitäten vor Abschluss eines Festgeldvertrages studieren.

Hüten sollten Sie sich vor Kombinationsangeboten. Hier werden Kunden mit hohen Festgeldzinsen gelockt und gleichzeitig zu anderen Anlagen, beispielsweise einem Fondskauf, verpflichtet. Wer solche zusätzlichen Finanzprodukte nicht braucht, sollte sich nicht von hohen Zinsen blenden lassen. Das gilt auch für andere Lockangebote, die an unvorteilhafte Nebenbedingungen geknüpft sind (siehe Tagesgeld).

Renditechance

Wie viel Zinsen Festgeld einbringt, hängt vom allgemeinen Zinsniveau ab, das auch von der Europäischen Zentralbank beeinflusst wird. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zins. Allerdings sind die Differenzen zwischen einzelnen Banken für dieselbe Laufzeit zum Teil beträchtlich. Wie auch bei Tagesgeld bieten meistens unbekannte Direktbanken die höchsten Zinsen.

Sicherheit

Festgelder sind eine sichere Geldanlage. Es gibt keine Kursrisiken. Pro Bank und Kunde sind in allen Ländern der Europäischen Union bis zu 100.000 Euro über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Ist diese Summe ausgeschöpft, haftet in Deutschland bei vielen privaten Banken zusätzlich der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken in Millionenhöhe (siehe auch Einlagensicherung).

Flexibilität

Vor Ablauf der Anlagedauer kommen Sparer an Festgeld nicht heran.

Empfehlung

In Zeiten sehr niedriger Zinsen ist es ratsam, keine Festgelder mit zu langen Laufzeiten abzuschließen. Sonst können Sie nicht flexibel reagieren, wenn die Zinsen wieder steigen und es bessere Angebote auf dem Markt gibt. Zwar weiß niemand genau, wann es zu Trendwenden an den Zinsmärkten kommt. Doch länger als drei bis fünf Jahre sollten Sie sich in einer Niedrigzinsphase nicht festlegen. Eine andere Variante ist, Festgeld über verschiedene Laufzeiten zu verteilen. Mit diesem System partizipieren Sie schnell an steigenden Zinsen und erzielen mittelfristig einen soliden Durchschnittsertrag.

© Fairvalue 30.10.2017

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