Staatsanleihen

Geeignet für sicherheitsorientierte Anleger und als Fundament für ein gemischtes Anlageportfolio.

Wenn Staaten wie die Bundesrepublik Deutschland ihren Finanzbedarf nicht allein aus ihren Einnahmen decken können, leihen sie sich Geld bei privaten Investoren. Dazu geben sie Anleihen heraus. Diese Schuldpapiere werden allgemein Staatsanleihen genannt. Die einzelnen Anleihen verschiedener Länder tragen aber unterschiedliche Bezeichnungen.

Deutsche Anleihen heißen Bundeswertpapiere. US-amerikanische Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr werden beispielsweise T-Bills oder Treasury Bills genannt. US-Papiere mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren heißen T-Notes oder Treasury Notes.

Staatsanleihen von aufstrebenden Ländern wie Braslien und Russland fasst die Finanzbranche unter den Begriffen Schwellenländeranleihen, Emerging-Markets-Bonds oder Emerging-Markets-Debt zusammmen. Schwellenländeranleihen gelten bei Investoren als riskanter und bieten dafür in der Regel deutlich höhere Renditen als Anleihen von etablierten Industrienationen.

Renditechance

Was sich mit Staatsanleihen verdienen lässt, hängt vom allgemeinen Marktzinsniveau und der Kreditwürdigkeit des Landes ab. Prinzipiell gilt: Je höher die Kreditwürdigkeit, desto geringer der Zins. Deutschland zahlte etwa während der Finanzkrise sehr geringe Zinsen, während hochverschuldete Länder wie Portugal tief in die Tasche greifen mussten, um Investoren für ihre Anleihen zu finden. Im November 2018 betrug die Rendite von Bundeswertpapieren mit einer Laufzeit von zehn Jahren rund 0,4 Prozent. Die aktuelle Renditen finden Sie hier.

Sicherheit

Die Geschichte ist reich an Beispielen von Ländern, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen konnten. Jüngster Fall war Griechenland. Die Besitzer griechischer Staatsanleihen mussten auf einen beträchtlichen Teil ihres Geldes verzichten. Auch Staatsanleihen bieten also keine Garantien.

Staatsanleihen solider Länder, denen die Ratingagenturen eine hohe Kreditwürdigkeit bescheinigen, sind aber sehr sicher. Dazu zählen beispielsweise Bundeswertpapiere. Weil die Kurse von Anleihen schwanken, können Anleger, die die Papiere vor ihrer Fälligkeit abstoßen, Kursgewinne oder -verluste machen.

Anleihen von Ländern außerhalb der Eurozone, sogenannte Fremdwährungsanleihen, bergen für deutsche Anleger Wechselkursrisiken. Diese sollten Anleger absichern, wenn sie Staatsanleihen von Schuldnern mit sehr guter Bonität als sicherer Baustein in ihrem Portfolio einsetzen. Wegen den Kosten für eine Wechelkursabsicherung und der im November 2018 sehr flachen Zinskurve in den USA ist es für deutsche Anleger aber kaum möglich, von den höheren Zinsen in den Vereinigten Staaten zu profitieren. Insofern dienen Investments in dieses Segment vor allem der Streuung des Bonitätsrisikos.

Flexibilität

Die meisten Staatsanleihen können werktäglich an Börsen ge- und verkauft werden. Sie können viel Geld sparen, wenn Sie ihre Wertpapiergeschäfte über eine günstige Direktbank oder einen Online-Broker abwickeln. Für Anleger mit weniger Börsenerfahrung empfehlen wir das Wertpapierdepot der ING-Diba*. Gute Alternativen sind Comdirect* und die Consorsbank*. Erfahrene Anleger, die viel handeln, sind bei Smartbroker* richtig. Details zu diesen Anbietern und weitere Empfehlungen finden Sie in unserem Depot-Vergleich.

Empfehlung

Staatsanleihen gehören in fast jedes Depot. In diese Papiere investiert man am bequemsten über Rentenfonds. Sie enthalten eine Vielzahl von Anleihen und bieten deshalb eine gute Risikostreuung. Wer nicht bewusst auf Wechselkursgewinne am Devisenmarkt spekulieren will, kauft entweder Rentenfonds Euro oder Rentenfonds, die Fremdwährungsrisiken absichern.

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© Fairvalue, aktualisiert am 02.04.2020

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