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Fremdwährungsanleihen

Anleger, die sich vor einem Zusammenbruch der Eurozone fürchteten, flüchteten scharenweise in Fremdwährungsanleihen. Doch die Papiere sind alles andere als sicher. Hohe Wechselkursverluste sind jederzeit möglich.

Als die Krise in Europa hochkochte und manche Schwarzmaler einen Zusammenbruch der Eurozone für möglich hielten, flohen viele Anleger ins Ausland. Sie investierten ihr Geld in Anleihen von sicheren Ländern mit anderen Währungen – aus Angst vor einem Wertverlust ihres Vermögens. Ganz oben auf der Beliebtheitsskala standen Fremdwährungsanleihen der Schweiz sowie von Norwegen, Schweden und Dänemark. Viel Anlagekapital floss aber auch nach Australien, Kanada, Hongkong, Singapur und in den japanischen Yen, der wie Schweizer Franken als sogenannter sicherer Hafen gilt.

Doch wer als Bundesbürger Fremdwährungsanleihen kauft, legt sich alles andere als eine sichere Geldanlage ins Depot – auch wenn deren Rating erstklassig ist. Zwar ist die Ausfallwahrscheinlichkeit ähnlich niedrig wie bei Bundesanleihen. Aber das Wechselkursrisiko ist beträchtlich.

Renditechance

Denn bei Fremdwährungsanleihen werden Tilgung und Zinsen in der jeweiligen Auslandswährung bezahlt und dann von der Bank in Euro umgetauscht. Falls die Auslandswährung gegenüber dem Euro gestiegen ist, macht der Anleger einen zusätzlichen Wechselkursgewinn, der den Ertrag aus den festen Zinsen der Anleihe deutlich übersteigen kann. Umgekehrt sind aber auch hohe Verluste möglich.

Sicherheit

Von Anfang 2009 bis Mitte 2012 waren Wetten gegen den Euro ein Selbstläufer. Das nährte unter Anlegern aus dem Euroraum die Illusion von Sicherheit. Die Währungen, in die ihr Geld floss, werteten zum Teil kräftig auf.

Doch seit die Europäische Zentralbank (EZB) versprach, den Euro um jeden Preis zu retten, ist dieser Trend gestoppt. Gegenüber dem kanadischen, dem australischen und dem Singapur-Dollar gewann die europäische Gemeinschaftswährung beispielsweise wieder an Wert.

Weil sich Wechselkurse nicht zuverlässig vorhersagen lassen und von einer Vielzahl von Marktfaktoren und politischen Eingriffen beeinflusst werden, haben Fremdwährungsanleihen eher den Charakter von riskanten Devisenmarktspekulationen als von festverzinsten Wertpapieren. Berechnungen zufolge sind bis zu 95 Prozent ihrer Wertschwankungen auf Veränderungen der Wechselkurse zurückzuführen.

Noch riskanter als Hartwährungsanleihen sicherer Staaten sind Schwellenländeranleihen in US-Dollar und sogenannte Lokalwährungsanleihen. Letztere sind Staatsanleihen aus Schwellenländern, die in deren schwankungsanfälligeren Währung emittiert sind. Beispielsweise hat sich der Wert des brasilianischen Real gegenüber dem Euro zwischen 2013 und 2018 halbiert. Wegen hoher Verluste auch mit anderen Währungen aufstrebender Staaten haben Anleger aus der Eurozone in diesem Zeitraum mit einem diversifizierten Portfolio aus Schwellenländeranleihen in Lokalwährungen nichts verdient – trotz hoher Zinsen.

Empfehlung

Für Privatanleger sind einzelne Fremdwährungsanleihen wegen der Wechselkursschwankungen kaum geeignet. Sie machen aus eigentlich sicheren Anleihen von Herausgebern mit hoher Kreditwürdigkeit riskante Anlagen.

Kleinanleger sollten deshalb nur über Rentenfonds in Fremdwährungsanleihen investieren. Diese Fonds enthalten eine Vielzahl von Anleihen in unterschiedlichen Währungen. Wegen der breiten Streuung sinkt das Risiko. Manche Fonds sichern Währungsrisiken zudem zum Teil ab.

Grundsätzlich gilt: Bei Fremdwährungsanleihen mit sehr gutem Rating, die Anleger als sicheren Baustein in ihrem Portfolio einsetzen wollen, sollten Wechselkursrisiken weitgehend abgesichert sein.

Bei Schwellenländeranleihen, die eher aktienähnliche Eigenschaften haben und deshalb immer dem riskanten Teil des Portfolios zugerechnet werden sollten, sprechen einige Argumente gegen eine Wechselkursabsicherung. Lesen Sie dazu unsere ausführliche Analyse zu Emerging-Markets-Bonds, die sich sehr gut eignen, um ein Aktienportfolio zu optimieren.

© Fairvalue, aktualisiert am 09.11.2018

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