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Wasserfonds

Geeignet für risikofreudige Anleger, die auch Verluste verschmerzen können.

Trinkwasser ist ein knappes Gut, um das eine wachsende Zahl von Menschen konkurriert. Zudem werden für die Erzeugung von Nahrungsmitteln große Wassermengen verbraucht. Etwa eine Milliarde Menschen hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 2,6 Milliarden Menschen müssen ohne Abwasserentsorgung auskommen. Und in den entwickelten Industrieländern ist die Infrastruktur für die Wasserversorgung veraltet und ineffizient.

Für Unternehmen, die Trink- und Abwassersysteme herstellen und Technologien entwickeln, mit denen Wasser optimal genutzt werden kann, gibt es also einen riesigen Markt. Wasserfonds sind offene Fonds, die weltweit in die Aktien solcher Unternehmen investieren. Beispielsweise in Filter-, Pumpen- und Ventilhersteller, Versorgungsunternehmen und Firmen, die sich mit der Aufbereitung von Abwasser befassen. Viele der Unternehmen haben ihren Sitz in den USA. Entsprechend hoch ist deren Länderanteil in den meisten Fonds.

Wasserfonds sind nicht unbedingt ökologisch-ethische Geldanlagen (siehe auch Ökofonds). Es gibt Fonds, die nach solchen Kriterien anlegen, andere wiederum machen das nicht (siehe Tabelle unten).

Renditechance

Mit Wasserfonds ist die Hoffnung verbunden, dass die Branche wegen ihrer existenziellen Bedeutung schneller wächst als andere und dass sich das in den Aktienkursen niederschlägt. Empirisch lässt sich aber kein positiver Zusammenhang zwischen Wachstum und Aktienrenditen nachweisen. Insofern sollten sich Anleger nicht von wohlklingenden Expansionsgeschichten einwickeln lassen und nicht davon ausgehen, dass die Erträge in den Himmel wachsen. Unter dem Strich haben sich Wasserfonds in den vergangenen fünf Jahren ganz passabel geschlagen. Die besten schnitten etwas schlechter ab als der Weltaktienindex MSCI World, der 10,7 Prozent Rendite pro Jahr abwarf.

Die Tabelle zeigt die Wasserfonds, die seit mindestens fünf Jahren auf dem Markt sind. Spitzenreiter bei der Wertentwicklung waren zwei ETF. Wer Wert auf ökologisch-ethische Kriterien bei der Aktienauswahl legt, muss sich bei den aktiv gemanagten Fonds umsehen. Die sind allerdings deutlich teurer als ETF. Die jährlichen Kosten rangieren zwischen 1,5 und 3 Prozent. Im Schnitt liegen sie laut der Ratingagentur Scope deutlich über 2 Prozent.

Der älteste und größte unter den Wasserfonds ist der Pictet-Water, den die Fondsgesellschaft im Jahr 2000 auflegte. Wegen des hohen Vermögens von fast viereinhalb Milliarden Euro, das der Fonds mittlerweile verwaltet, fällt es dem Management zunehmend schwer, die Anlagestrategie umzusetzen. Für neue Anleger ist der Pictet-Water nach Angaben der Ratingageentur Scope deswegen teilweise begrenzt. Die Branche spricht von einem sogenannten Soft Close.

Wasserfonds im Vergleich: Bei der Rendite liegen zwei ETF vorn

Quelle: Scope, Stand: Februar 2019.

Sicherheit

Wasserfonds sind Branchenfonds. Und die können stärker schwanken als Fonds, die ihre Anlagen breiter streuen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Branche unter Druck gerät oder bei Anlegern aus der Mode kommt (siehe Aktienfonds). Beispielsweise können Regierungen mit gesetzlichen Regulierungen zum Nachteil der Unternehmen in den Markt eingreifen.

Flexibilität

Wasserfonds können börsentäglich ge- und verkauft werden.

Empfehlung

In Branchenfonds sollten Sie Ihr Geld wegen des vergleichsweise hohen Risikos nur stecken, wenn Sie vermögend sind. Doch auch dann ist es ratsam, diese Anlagen lediglich in kleinen Mengen einem Portfolio beimischen. Anleger, die aus ethisch-ökologischen Gründen in Wasserfonds investieren möchten, sollten die Kriterien genauer unter die Lupe nehmen, nach denen die Fonds Aktien auswählen. Denn die unterscheiden sich der Ratingagentur Scope zufolge im Einzelfall deutlich.

© Fairvalue, aktualisiert am 12.04.2018

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