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Mischfonds

Geeignet für Anleger, die langfristig anlegen und sich nicht selbst regelmäßig um die Zusammensetzung eines Fondsdepots kümmern wollen. Der Preis für diese Bequemlichkeit sind in der Regel geringere Renditen.

Keine andere Gruppe von Fonds bietet so viele verschiedene Anlagestrategien und so spezielle Konzepte wie Mischfonds. In klassischen Mischfonds werden Aktien und Anleihen in einem vorgegebenen Rahmen gemischt. Die Mischung kann variieren: Mal ist der Aktienanteil etwas höher, mal etwas niedriger. Der Anleger kann aber sicher sein, dass der Fonds stets sowohl Aktien als auch Anleihen enthält.

Das ist bei flexiblen Mischfonds nicht gewiss. Deren Manager versuchen, Höhenflüge an den Aktienmärkten voll mit zunehmen und schlechte Phasen zu vermeiden. Die Aktienquote passen sie der vermuteten Marktlage an. Sie kann zwischen 0 und 100 Prozent liegen. Wer einen flexiblen Mischfonds kauft, weiß also ohne zusätzliche Recherchen nie, ob er gerade eher aktienlastig, und damit riskanter, oder ob er vorsichtig investiert hat.

Manche Mischfonds verfolgen einen Total-Return-Ansatz (siehe Total-Return-Fonds). Ziel dieser Strategie ist eine dauerhaft positive Wertentwicklung, unabhängig davon, wie die Märkte gerade laufen.

Renditechance

Je höher der Aktienanteil in einem Mischfonds, desto größer sind die Ertragschancen, aber auch die Risiken. Bei „offensiven“ Mischfonds ist die Aktienquote am höchsten. „Defensive“ Mischfonds setzen dagegen vor allem auf sichere Anleihen. Entsprechend niedriger sind die Renditeerwartungen. „Ausgewogene“ Mischfonds bewegen sich zwischen offensiven und defensiven Fonds.

Sicherheit

Mischfonds sind riskanter als Rentenfonds, aber in der Regel weniger risikoreich als Aktienfonds. Seit Ende 2006 betrugen die schlimmsten Verluste bei den riskantesten Mischfonds weniger als ein Drittel vom zuvor Erreichten. Dagegen konnten Anleger selbst mit guten global anlegenden Aktienfonds die Hälfte ihres Einsatzes verlieren, wenn sie zum jeweils ungünstigsten Zeitpunkt kauften und verkauften.

Einen guten Hinweis auf die Risikoausrichtung eines Mischfonds gibt die Messlatte, mit der seine Fondsmanager ihr Anlageergebnis beurteilen. Meist orientieren sie sich an Indizes. Wenn die Manager etwa eine Fifty-fifty-Mischung aus dem Weltaktienindex MSCI World und aus einem europäischen Rentenindex wie dem Barclays Capital Euro Treasury wählen, um die Wertentwicklung ihres Fonds zu vergleichen, deutet das auf ein ausgewogenes Risikoprofil hin.

Einige Mischfonds nehmen als Messlatte keine Indizes, sondern eine feste jährliche Rendite. Ein Fonds, der sich 5 Prozent pro Jahr als Zielmarke setzt, muss natürlich höhere Risiken eingehen als einer, der sich mit 3 Prozent begnügt.

Flexibilität

Mischfonds können werktäglich ge- und verkauft werden, sind aber eher für die langfristige Anlage geeignet.

Empfehlung

Besonders Mischfonds mit klar definiertem Aktien-Anleihen-Verhältnis eignen sich. Eine Aktienquote von etwa 30 bis 60 Prozent ist für viele Anleger am vernünftigsten. Das gilt noch mehr, wenn sie sehr langfristig investieren wollen. Langfristige Fondssparpläne können auch eine gute Ergänzung der privaten Altersvorsorge sein. Vor dem Kauf sollten Sie sich auf jeden Fall die aktuelle Zusammensetzung eines Mischfonds ansehen. Dazu eignen sich am besten die monatlichen Berichte (Factsheets) auf den Internetseiten der Anbieter.

In der Regel ist es allerdings erfolgversprechender, sich sein eigenes Portfolio aus ETF zusammenzustellen. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass es auf längere Sicht nur selten Mischfondsmanagern gelingt, ein einfaches Portfolio aus einem internationalen Aktien-ETF und einem europäischen Renten-ETF zu schlagen. Eine Ursache dafür sind die vergleichsweise hohen Kosten von Mischonds. Sie drücken die Renditen der Anleger spürbar.

© Fairvalue 09.11.2017

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