Strategie-Zertifikate

sind Schuldverschreibungen, die Indexzertifikaten ähneln. Sie bilden aber keine Indizes auf einen Markt ab, wie etwa den deutschen Aktienindex Dax, sondern Strategieindizes. Dabei handelt es sich um Indizes, deren Wertpapiere nach vor gegebenen Anlageregeln und -kriterien zusammengestellt werden. Papiere, die nicht mehr den Anforderungen entsprechen, werden regelmäßig ausgetauscht. Demnach haben Strategie-Zertifikate im Gegensatz zu klassischen Indexzertifikaten eine Art aktives Management.

Der Unterschied zu aktiv gemanagten Fonds besteht darin, dass es keinen Manager gibt, der Anlageentscheidungen nach seinen Vorlieben trifft. Strategieindizes folgen allein mechanischen Regeln, die auf einer Reihe von Unternehmens-Kennzahlen fußen wie etwa der Gewinnentwicklung im Verhältnis zum Aktienkurs (Kurs-Gewinn-Verhältnis).

Solche emotionsfreien Anlagekonzepte werden auch als „quantitativ“ bezeichnet. Vorteile: Es gibt keine Manager, die Fehler machen können, und die Strategien sind transparent. Nachteile: Die starren Regeln ignorieren geänderte Marktverhältnisse, und bei drohenden Crashs gibt es niemanden, der die Notbremse ziehen könnte.

Beispiele für Strategieindizes sind Rohstoffindizes und Dividendenstrategie-Indizes, etwa der sogenannte DivDax. Er enthält stets die 15 Dax-Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite. Wie aussichtsreich und riskant ein Strategie-Zertifikat ist, hängt immer von der jeweiligen Strategie ab. Nicht wenige Konzepte sind fragwürdig. Auch sollten Anleger immer bedenken, dass es keine Anlagestrategie gibt, die stets funktioniert und anderen Konzepten deutlich überlegen ist. Auf entsprechende Werbeversprechungen der Anbieter sollten Sie nichts geben. Nichtsdestotrotz können sich Strategie-Zertifikate durchaus zur Risikostreuung in einem Depot eignen.

© Fairvalue, aktualisiert am 08.01.2019

Beitrag teilen

Alle Finanzprodukte in der Übersicht

Aktuelle Beiträge

Geldanlage

Einen Börsencrash überstehen Anleger am besten mit einem gut diversifizierten Portfolio

Anlagestrategie

Stell dir vor, es ist Börsencrash – und keiner geht hin

Nichts fürchten Anleger mehr als einen Börsencrash. Aus Angst vor Verlusten, treffen sie meist falsche Entscheidungen, wenn die Aktienkurse fallen und verlieren so viel Geld. Doch wie lässt sich ein Anlageportfolio souverän durch Krisen manövrieren? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Crashtest: Sichere Aktien für unsichere Zeiten

Analyse

Der ultimative Crashtest: Sichere Aktien für unsichere Zeiten

Gibt es vergleichsweise sichere Aktien? Fairvalue hat den Crashtest gemacht und die Kursentwicklung von elf Aktiensektoren während vier Börsenabstürzen untersucht. Die Ergebnisse widerlegen manche Empfehlung von Banken – und bestätigen eine alte Börsianer-Weisheit: „Gegessen wird immer“.

Robo-Advisor sind auch nur Menschen

Digitale Vermögensverwaltung

Robo-Advisor sind auch nur Menschen

Neue digitale Vermögensverwaltungen, sogenannte Robo-Advisor, bieten im Internet standardisierte Anlageportfolios an. Der Verzicht auf menschliche Berater soll Kosten senken. Dennoch haben die Angebote ihren Preis. Sie eignen sich für Anleger, die sich nicht selbst mit dem Thema Geldanlage beschäftigen wollen.

Dossier

Kapitalanlage

Vorsicht Finanzberatung

Wenn es um Geldanlage geht, lassen sich die meisten Deutschen von ihrem Finanzberater einwickeln. Doch deren Anlagevorschläge sind oft nicht im Interesse des Kunden. Denn Banken empfehlen gerne die Produkte, an denen sie die höchsten Provisionen verdienen. Deshalb ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Wie Sie einen guten von einem schlechten Berater unterscheiden, lesen Sie in unserem Dossier.

Vorsicht Finanzberatung

PRODUKTCHECK