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Riester-Banksparplan

Geeignet zur Altersvorsorge für alle Sparer, die sichere Erträge wollen.

Ein Banksparplan ist ein Ratenvertrag, bei dem Sie mit einer Bank vereinbaren, regelmäßig einen festen Betrag auf ein Konto einzuzahlen. Für Ihre Einzahlungen erhalten Sie Zinsen. Zusätzlich profitieren Sie bei einem Riester-Banksparplan von den staatlichen Zulagen und von Steuervorteilen (mehr dazu Riester-Rente). Letztere fallen umso größer aus, je mehr Sie verdienen. Die Höhe der Ansparrate können Sie jederzeit ohne Kosten an Ihre finanziellen Möglichkeiten anpassen.

Der Abschluss eines Riester-Banksparplans ist kostenlos. Es fallen während der Laufzeit höchstens geringe Kontoführungsgebühren an. Ein wesentlicher Vorzug dieses Riester-Produkts ist, dass man keine großen Fehler machen kann, wenn man es abschließt. Selbst wenn Sie keine klaren Vorstellungen von Ihrer weiteren Lebensplanung haben, riskieren Sie mit einem Riester-Banksparplan nichts. Sollten Sie Ihre Pläne ändern und den Sparplan nicht weiter verfolgen oder vorzeitig auflösen, erleiden Sie keinen finanziellen Nachteil.

Doch was für Kunden attraktiv ist, ist für Banken offenbar kein lukratives Geschäft. Die meisten Geldinstitute bieten keine Riester-Banksparpläne an. Zu diesen Abstinenzlern gehören etwa die Deutsche Bank, Commerzbank und die Hypovereinsbank. Auch bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken kann von einem flächendeckenden Angebot keine Rede sein. Gerade im Osten Deutschlands sind Angebote rar.

Wird ein Riester-Banksparplan fällig, in der Regel zwischen dem 62. und dem 67. Lebensjahr, sind zwei Auszahlungsvarianten üblich: Kunden können sich für einen Auszahlplan entscheiden (mehr dazu Riester-Verträge). An ihn schließt sich ab dem 85. Lebensjahr eine lebenslange Rentenversicherung an, für die gleich zu Beginn Kapital beiseitegelegt wird.

Die zweite Möglichkeit ist eine sofort beginnende Rentenversicherung (siehe Sofortrente). Bei welcher Versicherung der Rentenvertrag abgeschlossen wird, entscheidet in beiden Fällen die Bank.

Renditechance

Mit einem Riester-Banksparplan wird zwar niemand reich, aber die Rendite kann sich für eine sichere Anlage durchaus sehen lassen. Denn die staatliche Unterstützung hat einen entscheidenden Einfluss auf den Sparerfolg und bringt selbst bei niedriger Verzinsung eine hohe persönliche Rendite.

Beispiel: Ein lediger 32Jähriger mit einem Jahreseinkommen von 52.500 Euro kann durch volles Ausschöpfen der Zulagen und Steuervorteile seine persönliche Rendite auf gut 5 Prozent erhöhen, wenn der Sparplan nur 3 Prozent Zinsen gebracht hat. Bei kürzerer Laufzeit ist der Effekt noch stärker: Eine Sparplanrendite von 1 Prozent ließe sich nach 15 Jahren auf über 6 Prozent hebeln.

Die Verzinsung des Sparplans orientiert sich am Niveau der Kapitalmarktzinsen für sichere Anlagen, etwa für Bundeswertpapiere. Wie viel ein Riester-Banksparplan letztlich abwirft, hängt aber nicht nur von der Zinsentwicklung, sondern auch von der Vertragsart ab. Sparpläne lassen sich in zwei Grundtypen einteilen: in Angebote mit und ohne  Bonus.

Bei den Sparplänen ohne Bonus richtet sich die Verzinsung häufig nach der Umlaufrendite, einem anerkannten Zinsbarometer für Bundeswertpapiere unterschiedlicher Laufzeit. Eine vierteljährliche Anpassung sorgt dafür, dass die Sparpläne sich schnell an Zinsänderungen anpassen. Das ist natürlich dann von Vorteil, wenn die Zinsen steigen. Diese Zinsvariante bieten Volks- und Raiffeisenbanken oft an.

Die Sparkassen nehmen meist nicht die Umlaufrendite als Referenz. Sie koppeln ihre Riester-Banksparpläne oft an kombinierte Zinsreihen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen und das aktuelle Zinsniveau noch nicht voll widerspiegeln. Entsprechend höher sind bei ihnen die Startzinsen, wenn die Marktzinsen im Sinkflug sind.

Sparer, die diesen Vorteil nutzen wollen, sollten aber bedenken, dass sie im Falle einer Zinswende das Nachsehen haben. Während die Umlaufrendite-Sparpläne jeden Anstieg kurzfristig mitmachen, würden die Produkte mit träge reagierenden Referenzzinsen den neuen Trend nur gedämpft und mit Verzögerung wiedergeben.

Die meisten Sparkassen-Verträge enthalten außerdem Bonusregelungen, die für lange Treue belohnen und die Renditeerwartung häufig deutlich erhöhen. Wer 25 oder gar 35 Jahre dabeibleibt, profitiert von ansteigenden Zinstreppen. Das heißt, die Zinsen, die der Sparer erhält, steigen von Jahr zu Jahr an. Oft gibt es auch Schlussboni auf alle Einzahlungen. Solche Regelungen sind mitunter sehr attraktiv, gehen aber zulasten der Flexibilität. Muss ein Kunde zum Beispiel nach 15 Jahren seinen Vertrag unerwartet auflösen, hat er zwar sicher mehr, als er eingezahlt hat. Er verliert mit dem Schlussbonus aber einen Teil der Rendite.

Sicherheit

Mit Riester-Banksparplänen können Sie kein Geld verlieren. Selbst dann nicht, wenn Sie in einen anderen Vertrag wechseln. Banken müssen sich zudem bei variabel verzinsten Sparplänen an Regeln halten. Sie dürfen die Zinsen nicht willkürlich senken, sondern müssen sich an einem nachvollziehbaren Referenzzins orientieren. Steigt dieser, muss auch der Zins des Banksparplans steigen. Das soll verhindern, dass Banken neue Kunden mit kurzfristigen Top-Zinsen in langfristig unattraktive Verträge locken.

Flexibilität

Banksparpläne sind die flexibelsten Riester-Verträge. Sie können sie beispielsweise ohne Renditeeinbußen zur Finanzierung von Immobilien einsetzen. Mit Riester-Rentenversicherungen oder Riester-Fondssparplänen geht das nicht immer.

Zudem besteht grundsätzlich die Möglichkeit, für die Auszahlung zu einer anderen Bank, zu einer Versicherung oder zu einer Fondsgesellschaft zu wechseln, die möglicherweise bessere Konditionen bietet. Wie bei anderen Riester-Produkten können Sparer auch bei Banksparplänen die Höhe der regelmäßigen Einzahlungen ändern und mit den Zahlungen aussetzen.

Empfehlung

Riester-Banksparpläne sind einfach, bequem und prinzipiell für jeden geeignet. Im Gegensatz zu den anderen Riester-Produkten sind sie auch für Sparer über 50 Jahren ideal, weil es keine hohen Abschlusskosten gibt, die den Vertrag erst durch einen lange Laufzeit rentabel machen.

Wer steigende Zinsen erwartet, sollte einen Vertrag wählen, bei dem die Verzinsung an die Umlaufrendite gekoppelt ist. Zinsunterschiede können durch die lange Laufzeit am Ende gut und gern 10.000 bis 15.000 Euro Differenz ausmachen. Gute Angebote gibt es leider selten bei der Bank um die Ecke. Deshalb lohnt es sich, den aktuellen Test der Stiftung Warentest zu Rate zu ziehen.

© Fairvalue 09.11.2017

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