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Fondsgebundene Rentenversicherung

Geeignet für erfahrene Fondsanleger zur Ergänzung ihrer Altersvorsorge.

Eine fondsgebundene Rentenversicherung, auch Fondspolice genannt, ist häufig kein gutes Geschäft. Viele Angebote sind zu teuer oder bieten zu schlechte Fonds, wie Untersuchungen immer wieder belegen. Der überwiegende Teil der Offerten ist gemessen an Kosten, Anlagemöglichkeiten und Transparenz Mittelmaß oder schlechter. Meistens ist ein Fondssparplan die bessere Wahl.

Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist ein Kombiprodukt aus privater Rentenversicherung und Fondssparplan. Die Sparanteile des Beitrags werden in einem oder mehreren Fonds angelegt. Diese wiederum investieren vor allem in Aktien, aber auch in Anleihen oder Immobilien. Weil die Wertentwicklung der Fonds nicht vorhersehbar ist, kann eine Rentenhöhe nicht garantiert werden. Ist die Ansparphase zu Ende, zahlt der Versicherer eine monatliche Rente aus, von der nur ein Teil sicher ist. Der Kunde kann aber auch eine Einmalzahlung wählen oder die Fonds auf ein Depot übertragen lassen.

Renditechance

Bei guter Wertentwicklung der gewählten Fonds winken hohe Gewinne, bei schlechter Verluste. Doch je besser die Börsen laufen, desto leichter lassen sich Kunden von kühnen Modellrechnungen blenden: Eine Rente aus einem Vermögen, das sich nach durchschnittlich 7 Prozent Wertentwicklung jährlich ergibt, ist natürlich viel höher als etwa die auf 0,9 Prozent Rechnungszins basierende garantierte Rente aus einer konservativ anlegenden privaten Rentenversicherung. In Wahrheit weiß natürlich niemand, auch nicht Ihr Bankberater oder die Versicherung, deren Produkt er verkauft, wie sich die Renditen an den Aktienmärkten künftig entwickeln.

Dennoch kann eine günstige fondsgebundene Rentenversicherung für gutverdienende Kunden, die auch persönlich in gesicherten Verhältnissen leben, aus steuerlichen Gründen manchmal interessant werden. Damit können sie in Fonds investieren und sie steuerfrei wechseln. Steuerlich fast immer günstiger als mit einem Fondssparplan fahren Policen-Sparer, die am Ende der Laufzeit eine Rentenzahlung wählen. Denn wie bei einer klassischen Rentenversicherung ist nur der Ertragsanteil der Rente steuerpflichtig. Bei Rentenbeginn mit 65 Jahren beläuft er sich auf 18 Prozent, mit 67 Jahren auf 17 Prozent der Rente. 83 Prozent bleiben dauerhaft steuerfrei.

Allerdings: Die meisten Fondspolicen sind viel zu teuer. Die Steuervorteile können die hohen Kosten, die die Versicherer abziehen, nicht wettmachen. Dennoch können Fondspolicen gegenüber Fondssparplänen im Vorteil sein, wenn sie kostengünstig sind und weitere Faktoren dazukommen. Je mehr die folgenden Punkte zutreffen, desto eher können sie sich lohnen:

  • je häufiger zwischen den Fonds um  geschichtet wird, also je aktiver der Sparer ist
  • je höher der Ausgabeaufschlag für einen Fondssparplan
  • je größer die Einzahlungen
  • je länger die Spardauer
  • je geringer der persönliche Einkommensteuersatz
  • je stärker der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist

Sicherheit

Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist keine sichere Basis für die Altersvorsorge, weil die Wertentwicklung von Fonds unklar ist. Nur ein kleiner Teil der künftigen Renten ist garantiert. Die meisten Versicherer bieten ihren Kunden auch bei solchen Fondspolicen einen kleinen Berufsunfähigkeitsschutz. Kann der Kunde seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, übernimmt der Versicherer an seiner Stelle die Beitragszahlungen. Diese Option ist für jüngere Kunden nicht sehr teuer und eine Überlegung wert.

Auch eine kurze Garantiezeit von bis zu zehn Jahren kostet nicht viel Rente. Die Rente wird dann von der Versicherungsgesellschaft ab Rentenbeginn mindestens bis zum Ende dieser vereinbarten Frist überwiesen, auch wenn der Versicherte schon vorher stirbt. Darauf sollten nur echte Singles verzichten.

Flexibilität

Sparer mit wenig Geld liegen mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung falsch. Wer nicht viel verdient oder unregelmäßige Einnahmen hat, ist wegen der meist langen vertraglichen Zahlungspflicht schlecht bedient. Denn der Kunde weiß nicht, ob er die vereinbarten Beiträge immer aufbringen kann. Stoppt er die Zahlung oder steigt er gar aus dem Vertrag aus, verliert er Geld, das er eigentlich dringend benötigt.

Für die wenigen, für die sich eine Rentenpolice eignet, sind eine Abruf- und auch eine Aufschuboption sinnvoll. Dann kann der Rentenbeginn meist bis zu fünf Jahre vorgezogen oder hinausgeschoben werden. Beides ist bei einer Fondspolice wegen der Kursschwankungen um den eigentlichen Ablauftermin herum wichtig.

Auch auf ein Kapitalwahlrecht sollten Sie achten. Die Verträge beinhalten das aber so gut wie immer. Kunden können dann am Ende der Einzahlungsphase oder kurz zuvor erklären, dass sie statt einer Rente lieber eine Einmalzahlung oder die Übertragung der Fondsanteile in ihr eigenes Depot wünschen.

Empfehlung

Ihre Grundversorgung im Alter sollten vermögende Anleger gesichert haben, bevor sie sich für eine fondsgebundene Rentenversicherung entscheiden. Je jünger Sie sind, desto mehr Geld können Sie auch bei einer fondsgebundenen Versicherung ohne allzu große Risiken in Aktienfonds stecken. Achten Sie gegen Vertragsende darauf, dass Ihr Versicherer rechtzeitig Kursgewinne sichert, indem er in Renten– und Geldmarktfonds umschichtet. Häufig können Sie das auch selbst machen.

© Fairvalue 31.10.2017

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