geeignet - Sonne

Floater

Geeignet für sicherheitsorientierte Anleger, die steigende Zinsen erwarten.

Floater sind variabel verzinste Anleihen mit begrenzter Laufzeit. Ihr korrekter Name ist Floating-Rate-Note. Der Zinssatz dieser Wertpapiere orientiert sich an den Geldmarktzinsen und wird viertel- oder halbjährlich angepasst. Der Referenzzinssatz für die meisten Floater ist der Euribor, zu dem sich europäische Banken untereinander Geld leihen.

Renditechance

Erhöht die Europäische Zentralbank die Zinsen, steigt auch der Euribor, und die Floater ziehen nach. Sinken die Zinsen, kann es allerdings genauso schnell wieder bergab gehen. Die meisten Floater richten ihren Zins nicht ausschließlich nach dem Euribor, sondern haben noch einen festen Auf- oder Abschlag, um den sie über oder unter dem Euribor liegen. Die Höhe eines Aufschlags hängt von der Kreditwürdigkeit ab, also von der Fähigkeit des Floater-Herausgebers, seine Zinsen und den Nennbetrag am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen. Grundsätzlich gilt: Je schlechter Ratingagenturen wie Moody’s die Zahlungsfähigkeit eines Anleihe-Herausgebers beurteilen, desto höher ist der Zins, den er bieten muss, damit Anleger zugreifen.

Sicherheit

Das Kursrisiko von Floatern ist deutlich geringer als das von festverzinslichen Anleihen. Deren Kurse sinken, wenn die Marktzinsen steigen. Das ist bei Floatern nicht der Fall, weil sich ihre Zinsen variabel anpassen. Dennoch können ihre Kurse nachgeben, wenn die Kreditwürdigkeit eines Herausgebers herabgestuft wird. Diese Gefahr besteht besonders, wenn nicht ein Staat, sondern ein Unternehmen den Floater herausgibt. Kursverluste machen aber nur diejenigen, die in einer solchen Situation das Papier auch verkaufen. Wer es dagegen bis zum Ende der Laufzeit hält, ist vor Kursverlusten geschützt. Geht allerdings ein Herausgeber pleite, werden dessen Floater wertlos. Wie auch beim Kauf von anderen Anleihen sollten Anleger deshalb immer auf die Kreditwürdigkeit eines Herausgebers achten.

Flexibilität

Viele Floater, die Bundesländer, Landesbanken oder Geschäftsbanken herausgeben, werden kaum gehandelt. Das heißt, nur wenige Besitzer solcher Papiere wollen diese über die Börse verkaufen. Es ist deshalb schwierig, sie zu fairen Preisen zu kaufen und zu verkaufen. Unternehmensfloater werden in der Regel häufiger gehandelt.

Empfehlung

Der Kauf von Floatern lohnt sich nur, wenn sie höhere Zinsen als Tagesgeld oder kurzfristige Festgelder bei vergleichbarer Sicherheit bieten.

© Fairvalue, aktualisiert am 22.12.2018

Beitrag teilen

Alle Finanzprodukte in der Übersicht

Aktuelle Beiträge

Geldanlage

ETF-Portfolios mit BIP-Gewichtung lieferten vier Jahrzehnte in Folge höhere Renditen

Anlagestrategie

ETF-Portfolio: Gewichtung nach BIP oder Marktkapitalisierung?

Wer ein globales Aktienportfolio aus börsengehandelten Indexfonds (ETF) zusammenstellen will, muss entscheiden, wie die einzelnen Länder gewichtet werden sollen. Vier Jahrzehnte in Folge war es vorteilhaft, das Depot nach der Wirtschaftsleistung gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu strukturieren. Doch seit 2010 hat sich das Blatt gewendet.

Buy and Hold - Nichtstun lautet das Erfolgsrezept

Anlagestrategie

Buy and Hold – Warum Nichtstun an der Börse so erfolgreich ist

Buy and Hold ist eine Strategie, bei der Anleger Kurseinbrüche einfach aussitzen. Dieses Anlagekonzept ist nur mit einer ordentlichen Portion Glück zu schlagen. Wer aber auf halber Strecke die Nerven verliert, hat in der Regel das Nachsehen.

Rebalancing von ETF-Portfolios: Der Nutzen ist zweifelhaft

Anlagestrategie

Wenn das ETF-Portfolio Kopf steht: Was bringt Rebalancing?

Rebalancing wird vielfach als Wundermittel gepriesen: Wer durch regelmäßiges Umschichten des ETF-Portfolios den Aktienanteil weitgehend konstant halte, könne das Risiko kontrollieren und die Rendite erhöhen, heißt es. Eine differenzierte Analyse zeigt jedoch, dass ein „Rendite-Bonus“ unwahrscheinlich und die versprochene Risikosteuerung Augenwischerei ist.

Dossier

Exchange Traded Funds

ETF-Wissen für Profis

Auf den ersten Blick sind börsengehandelte Indexfonds (ETF) relativ transparent und einfach zu verstehen. Doch  bei genauerer Betrachtung sind auch diese Finanzprodukte ziemlich komplex. Unfundierte Entscheidungen können Rendite kosten. Wie Anleger ETF professionell auswählen, welche Kennzahlen dabei entscheidend sind und was beim Handel mit ETF hinter den Kulissen abläuft, lesen Sie in diesem Dossier. Zudem haben wir die zwei führenden Vergleichsportale für ETF unter die Lupe genommen – und schwere Mängel aufgedeckt.

Fundiertes ETF-Wissen führt zu den richtigen Entscheidungen

PRODUKTCHECK