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Faktor-Zertifikate

sind sehr riskante Schuldverschreibungen und nur etwas für Zocker.

Mit Faktor-Zertifikaten können Anleger Beträge handeln, die das eingesetzte Kapital um ein Vielfaches übersteigen. „Hebel“ nennt sich das in der Finanzbranche. Je größer dieser Hebel, desto höher die Gewinnchancen – und die Risiken. Vereinfacht gesagt, bilden Hebelprodukte zusätzliche Wertpapierkäufe auf Kredit ab. Und davon sollte jeder seriöse Berater in der Regel abraten, wenn er einen privaten Kleinanleger vor sich hat.

Mit Faktor-Zertifikaten können Anleger an steigenden oder fallenden Kursen von Aktien, Rohstoffen, Zinssätzen, Anleihen und Indizes wie Aktien- oder Volatilitätsindizes partizipieren. Der jeweilige Hebel, also der Faktor, um den sich ihre Wertentwicklung im Vergleich zu diesen Basiswerten vervielfacht, ist wählbar. Je nach Anlageklasse bietet etwa die Commerzbank Hebel zwischen 2 und 40 an. Fällt beispielsweise eine Aktie an einem Tag um 2 Prozent, bricht ein Faktor-Zertifikat auf diesen Titel mit einem Hebel (Faktor) von 10 um 20 Prozent ein – wenn man andere Komponenten wie die Kosten, die die Wertentwicklung beeinflussen, außer Acht lässt.

Eine der Tücken dieser hochspekulativen Produkte: Über längere Zeiträume verläuft die Wertentwicklung des Faktor-Zertifikats nicht proportional zum Basiswert. Sie ist deshalb für Käufer nur sehr schwer nachzuvollziehen. Schon bei einer Haltedauer von zehn Tagen kann es zu spürbaren Abweichungen kommen. Ursache ist die tägliche prozentuale Wertberechnung des Zertifikats. Steigt zum Beispiel der Kurs einer Aktie von 100 Euro zehn Tage lang um jeweils einen Euro, legt diese insgesamt um 10 Prozent zu.

Der Wert eines Faktor-Zertifikates mit dem Hebel zwei, das zum Beginn des Vergleichs ebenfalls 100 Euro kostete, steigt aber nicht um 20 Prozent (10 Prozent mal zwei), sondern um 20,89 Prozent. Der Grund ist ein größerer Zinseszinseffekt wegen der höheren Tagesgewinne des Zertifikats.

Bei stark schwankenden Kursen kann derselbe Effekt dazu führen, dass der Basiswert nach zehn Tagen unverändert ist, das Faktor-Zertifikat aber mit einem Verlust notiert. Grundsätzlich gilt: Je länger der Anlagezeitraum, desto größer die mögliche Abweichung zwischen Basiswert und Faktor-Zertifikat.

© Fairvalue, aktualisiert am 11.01.2019

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