ungeeignet - Regenwolke

Faktor-Zertifikate

sind sehr riskante Schuldverschreibungen und nur etwas für Zocker.

Mit Faktor-Zertifikaten können Anleger Beträge handeln, die das eingesetzte Kapital um ein Vielfaches übersteigen. „Hebel“ nennt sich das in der Finanzbranche. Je größer dieser Hebel, desto höher die Gewinnchancen – und die Risiken. Vereinfacht gesagt, bilden Hebelprodukte zusätzliche Wertpapierkäufe auf Kredit ab. Und davon sollte jeder seriöse Berater in der Regel abraten, wenn er einen privaten Kleinanleger vor sich hat.

Mit Faktor-Zertifikaten können Anleger an steigenden oder fallenden Kursen von Aktien, Rohstoffen, Zinssätzen, Anleihen und Indizes wie Aktien- oder Volatilitätsindizes partizipieren. Der jeweilige Hebel, also der Faktor, um den sich ihre Wertentwicklung im Vergleich zu diesen Basiswerten vervielfacht, ist wählbar. Je nach Anlageklasse bietet etwa die Commerzbank Hebel zwischen 2 und 40 an. Fällt beispielsweise eine Aktie an einem Tag um 2 Prozent, bricht ein Faktor-Zertifikat auf diesen Titel mit einem Hebel (Faktor) von 10 um 20 Prozent ein – wenn man andere Komponenten wie die Kosten, die die Wertentwicklung beeinflussen, außer Acht lässt.

Wie Sie ein fast unschlagbares ETF-Portfolio zusammenstellen und managen, zeigt Finanzjournalist und Fairvalue-Herausgeber Markus Neumann in seinem neuen Buch. Darin verdichtet er aktuelle Erkenntnisse der Finanzmarktforschung und eigene exklusive Datenanalysen zu einem konsistenten Ratgeber für Anleger, die ihren Erfolg nicht dem Zufall überlassen wollen. (Gebundenes Buch 215 x 140 x 25 mm, 256 Seiten, ISBN: 978-3-94689659-3). Blick ins Buch

Eine der Tücken dieser hochspekulativen Produkte: Über längere Zeiträume verläuft die Wertentwicklung des Faktor-Zertifikats nicht proportional zum Basiswert. Sie ist deshalb für Käufer nur sehr schwer nachzuvollziehen. Schon bei einer Haltedauer von zehn Tagen kann es zu spürbaren Abweichungen kommen. Ursache ist die tägliche prozentuale Wertberechnung des Zertifikats. Steigt zum Beispiel der Kurs einer Aktie von 100 Euro zehn Tage lang um jeweils einen Euro, legt diese insgesamt um 10 Prozent zu.

Der Wert eines Faktor-Zertifikates mit dem Hebel zwei, das zum Beginn des Vergleichs ebenfalls 100 Euro kostete, steigt aber nicht um 20 Prozent (10 Prozent mal zwei), sondern um 20,89 Prozent. Der Grund ist ein größerer Zinseszinseffekt wegen der höheren Tagesgewinne des Zertifikats.

Bei stark schwankenden Kursen kann derselbe Effekt dazu führen, dass der Basiswert nach zehn Tagen unverändert ist, das Faktor-Zertifikat aber mit einem Verlust notiert. Grundsätzlich gilt: Je länger der Anlagezeitraum, desto größer die mögliche Abweichung zwischen Basiswert und Faktor-Zertifikat.

© Fairvalue, aktualisiert am 11.01.2019

Beitrag teilen

Alle Finanzprodukte in der Übersicht

Aktuelle Beiträge

Geldanlage

Rohstoff-ETF: Nicht alle Fonds sind gut

Geldanlage

Rohstoff-ETF – lohnen sich optimierte Indexstrategien?

Rund 30 Rohstoff-ETF werden an deutschen Börsen gehandelt. Manche bilden klassische Indizes ab, andere setzen auf optimierte Strategien, die höhere Renditen liefern sollen. Welche Fonds sich als langfristiger Portfoliobaustein eignen, analysiert Fairvalue.

US-Dollar - Deutsche Anleger stecken in einem Dilemma

Wechselkurse

Das Dollar-Dilemma

Der US-Dollar ist so teuer wie zuletzt vor 20 Jahren. Viele Anleger fürchten eine Trendwende und fragen sich, wie sie die üppigen Kursgewinne der vergangenen Jahre konservieren können. Oder gilt für Wechselkurse „der Herr hat`s gegeben, der Herr hat`s genommen“? Eine Bestandsaufnahme.

Gold gehört nach Ansicht von Gerd Kommer eher nicht ins Portfolio

Analyse

Kommers Goldpornografie

Der Buchautor und Vermögensverwalter Gerd Kommer zählt zu den populärsten Geldanlageexperten in Deutschland. Doch seine Analysemethoden sind bisweilen fragwürdig. Mit dubiosen Behauptungen und willkürlich ausgewählten Daten redet der gefragte Fachmann die Anlageklasse Gold schlecht.