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Riester-Fondssparplan

Geeignet zur Altersvorsorge für Anleger bis Mitte 30, die die hohen Renditechancen von Aktienfonds nutzen wollen und es verkraften können, dass ihre Anlage während der Ansparphase auch ins Minus rutschen kann.

Bei einem Riester-Fondssparplan kaufen Sie regelmäßig Anteile von Fonds. Alle Riester-Fondssparpläne setzen auf chancen-, aber auch risikoreiche Aktienfonds und auf sicherere Rentenfonds mit zurzeit sehr schlechten Renditeaussichten wegen der extrem niedrigen Zinsen. Die Aufteilung schwankt je nach Alter des Kunden und nach Börsenlage. Je näher der Rentenbeginn rückt, desto mehr Geld wird in Rentenfonds umgeschichtet, um das vorhandene Kapital vor Verlusten zu schützen.

Ein Fondssparplan bietet jüngeren Sparern gute Renditeaussichten. Denn bei einer sehr langen Vertragslaufzeit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, mit Aktienfonds ein Plus zu machen. Anders als bei anderen Fondssparplänen sind mit Riester-Fondssparplänen Verluste ausgeschlossen, sofern Sie den Vertrag bis zum Ende der Laufzeit durchhalten. Selbst wenn sich die Kurse an den Börsen extrem schlecht entwickeln, stehen zum Ende der Ansparphase immer noch die Summe Ihrer eingezahlten Beiträge und die staatlichen Riester-Zulagen zur Verfügung. Dieses Geld ist garantiert (siehe Riester-Rente).

Für die Rentenphase können Sparer bei einem Riester-Fondssparplan zwischen einer lebenslangen monatlichen Rente oder einem individuellen Auszahlplan wählen. Der verwandelt sich allerdings spätestens ab dem 85. Lebensjahr in eine Rentenversicherung, um eine lebenslange Rente zu garantieren.

Renditechance

Fondssparpläne sind erste Wahl für Riester-Sparer, die die Renditechancen von Aktien so lange wie möglich nutzen wollen, auch noch in der Rentenphase. Voll ausgereizt bietet dieses Modell die höchsten Ertragschancen. Wie das Anlagekonzept im Einzelnen aussieht, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Das gesamte Geld eines Riester-Fondssparplanes kann beispielsweise zunächst in Aktienfonds stecken. Entwickelt sich die Börse so schlecht, dass das garantierte Kapital gefährdet ist, fließen erst die neuen Beiträge der Kunden in Rentenfonds. Reicht das nicht, wird das gesamte Geld aus dem Aktien- in den Rentenfonds umgeschichtet, wo es bis zur Rente bleibt. Sparern entgeht so die Möglichkeit, Kursverluste am Aktienmarkt wieder aufzuholen. Weil es aber keine Garantie für Kurserholungen gibt, bleibt den Fondsgesellschaften nur das möglichst geschickte Umschichten, um die Garantiezusagen zu erfüllen.

Es gibt auch Anbieter, die von Rentenfonds wieder zurück in Aktienfonds umschichten, wenn die Börsen wieder laufen. Die Folge: Die Anleger verkaufen zu einem niedrigeren Preis und steigen zu einem höheren wieder in Aktien ein. Das führt zu Verlusten.

Sicherheit

Verglichen mit anderen Riester-Sparverträgen ist das Risiko, am Ende der Spardauer nur mit dem Garantiekapital dazustehen, bei Riester-Fondssparplänen am größten. Mit jedem erneuten Einbruch am Aktienmarkt wird diese Gefahr größer. Das Risiko ist jedoch nicht bei allen Riester-Fondssparplänen gleich. Es hängt davon ab, welche Aufteilung ein Anbieter während der Laufzeit zwischen sicheren Rentenfonds und Aktienfonds wählt.

Flexibilität

Bei Fondssparplänen können Sie die Höhe der Raten ändern. Auch ist es möglich, mit den Zahlungen ganz auszusetzen, so lange wie Sie möchten. Sie können den Vertrag auch kündigen, dann müssen Sie aber die staatlichen Zulagen zurückzahlen.

Grundsätzlich können Anleger ihren Riester-Fondssparplan wechseln. Das lohnt allerdings nur, wenn das Konto wenigstens die Summe der eingezahlten Beiträge ausweist. Ist das Konto wegen Kursverlusten ins Minus gerutscht, können Sie nur den aktuellen Wert Ihres Sparplans mitnehmen – und ein neuer Anbieter garantiert dann nur den niedrigeren Betrag, der bei ihm eingezahlt wird.

Die Riester-Garantie gilt nur zu Rentenbeginn, nicht während der Ansparphase. Aus einem Vertrag auszusteigen, der gerade im Minus ist, ist deshalb ein schlechtes Geschäft. Es ist besser, die Zahlungen zu stoppen und das Ersparte bis zur Rente liegen zu lassen. Auf diese Weise zwingen Sie den Anbieter, das Minus bis zum Beginn der Rente auszugleichen.

Wer Wert darauf legt, sich seine Fonds selbst zusammenzustellen, kommt bei den Riester-Fondssparplänen kaum zum Zuge. Sie geben die Fonds, in die Beiträge und Zulagen fließen, größtenteils vor. Anleger haben wenig Wahlmöglichkeiten.

Empfehlung

Riester-Fondssparpläne entfalten ihre Stärken bei einer langfristigen Laufzeit von etwa 30 Jahren. Wenn Sie so einen Vertrag abschließen möchten, sollten Sie aufpassen, dass Ihnen keine Riester-Fondspolice untergejubelt wird. Dabei handelt es sich in der Regel um teurere Produkte, bei denen die Anbieter ordentlich abkassieren können.

Riester-Fondssparpläne sind günstiger, aber auch nicht ganz billig. Für die Fonds fallen meist Kaufkosten in Höhe von 5 Prozent an. Hinzu kommen die jährlichen Verwaltungskosten. Diese Kosten sollten Sie aber nicht vom Kauf eines guten Riester-Fondssparplans abhalten. Gut getestete Produkte finden Sie bei der Stiftung Warentest.

© Fairvalue, aktualisiert am 03.01.2019

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