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Unternehmensanleihen

Geeignet für erfahrene Anleger mit durchschnittlicher Risikobereitschaft.

Unternehmensanleihen werden von internationalen Konzernen und mittelgroßen Firmen herausgegeben. Sie bringen meist mehr Rendite als Staatspapiere, entwickeln sich aber stark abhängig von der Konjunktur. Droht eine Wirtschaftskrise, wie nach dem Crash der US-Bank Lehman Brothers im Herbst 2008, haben sie gegen Staatsanleihen keine Chance.

Nur wenige Unternehmen kommen wegen ihres Pleiterisikos an die Kreditwürdigkeit von Staaten überhaupt heran. Und selbst mit einem Triple A, der besten Bonitätsnote, müssen sie mehr Zinsen bezahlen als ein Land wie Deutschland.

Doch spätestens seit Besitzer griechischer Staatsanleihen nach dem Schuldenschnitt auf einem beträchtlichen Teil ihrer Forderungen sitzen blieben, haben sich die Gewichte verschoben. Viele Staaten kämpfen mit hohen Schulden, während eine Vielzahl von Unternehmen auf riesigen Gewinnen sitzt. Im Verhältnis zu Staatsanleihen erscheinen Unternehmensanleihen heute sicherer als früher und ihre Renditen attraktiver.

Auch wegen der sehr niedrigen Zinsen für sichere Staatsanleihen sind in den vergangenen Jahren immer mehr Anleger auf Unternehmensanleihen ausgewichen. In der Folge stiegen die Kurse und die Renditen fielen – der Abstand zu sicheren Staatsanleihen verringerte sich immer weiter. Inzwischen ist der Renditevorsprung nur noch gering.

Renditechance

Unternehmensanleihen sind riskanter als Staatsanleihen. Dafür sind die Renditechancen aber auch höher.

Sicherheit

Anleihen von Konzernen bergen unterschiedliche Risiken. Je höher die Kreditwürdigkeit des Unternehmens, desto sicherer sind Anleihen und desto niedriger ist die Rendite. Die Kreditwürdigkeit von Unternehmen beurteilen Ratingagenturen. Wer keine hohen Risiken eingehen will, kauft nur Anleihen mit einem sogenannten Investment-Grade-Rating, das eine gute Kreditwürdigkeit bescheinigt.

Auf der Skala der drei wichtigsten Ratingagenturen Moody´s, Standard & Poor´s und Fitch ist Aaa beziehungsweise AAA die beste Note. Bei Anleihen mit einem solchen Rating gilt die Rückzahlung als sicher. Das untere Ende der Investment-Grade-Skala markieren die Noten Baa 3 beziehungsweise BBB −. Sie stehen für durchschnittliche Kreditwürdigkeit.

Anleihen mit schlechteren Noten (Non-Investment Grade) gelten als riskante Hochzinsanleihen. Die Unternehmen, die sie ausgeben, sind in der Regel bereits hoch verschuldet. Auch deshalb reagieren ihre Anleihen besonders sensibel bei einer Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes. Denn dann steigt die Gefahr, dass Umsätze und Gewinne sinken und die Unternehmen den Schuldendienst nicht mehr leisten können. Geht ein Unternehmen pleite, werden dessen Anleihen wertlos.

Anleger sollten nicht nur auf die Kreditwürdigkeit des Anleiheherausgebers achten, sondern auch darauf, dass sie ihr Risiko ausreichend streuen. Investieren Sie nie in nur ein Unternehmen, sondern verteilen Sie Ihr Kapital über mehrere Anleihen. Das senkt das Ausfallrisiko.

Die Kurse von Anleihen schwanken während der Laufzeit. Wenn Sie die Papiere vor ihrer Fälligkeit verkaufen, sind Kursgewinne oder -verluste möglich.

Flexibilität

Grundsätzlich können Unternehmensanleihen täglich an Börsen ge- und verkauft werden. Aber manche werden kaum gehandelt. In solchen Fällen kann ein Verkauf schwieriger werden. Wenn Sie Wert auf Flexibilität legen, sollten Sie nur in Anleihen investieren, die täglich mit einem möglichst hohen Volumen gehandelt werden. Die Börsen weisen die Umsätze jeder Anleihe aus.

Ein Hinweis auf die Liquidität ist auch das Emissionsvolumen. Je höher es ist, desto besser ist in der Regel auch die Handelbarkeit der Papiere. Bei wenig liquiden Papieren liegen zudem Kauf- und Verkaufspreis (Spread) meistens weiter auseinander, die Transaktionskosten sind höher. In der Regel gilt: Je enger der Spread, desto höher die Liquidität der Anleihe.

Empfehlung

Einzelne Unternehmensanleihen sollten nur sehr erfahrene Anleger ihrem Depot beimischen. Für alle anderen gibt es Rentenfonds, die in eine Vielzahl von Unternehmensanleihen investieren. Das senkt das Risiko erheblich. Wird ein Unternehmen zahlungsunfähig, fällt das kaum ins Gewicht.

© Fairvalue, aktualisiert am 24.12.2017

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