ungeeignet - Regenwolke

Alpha-Zertifikate

Folgt man Werbeprospekten von Zertifikate-Anbietern, dann sind Alpha-Zertifikate quasi eine Lizenz zum Gelddrucken. Diese Zertifikate, so versprechen die Anbieter, seien „marktneutral“. Das bedeutet, sie können eine positive Rendite abwerfen, unabhängig davon, ob die Börsenkurse gerade steigen oder fallen. Das ist ebenso märchenhaft, wie es klingt. Theoretisch ist es natürlich möglich, mit einer marktneutralen Strategie in jedem Börsenumfeld Gewinne zu machen. In der Praxis setzt das aber voraus, dass diese Strategien immer aufgehen müssen. Gäbe es solche Strategien, hätte der Entdecker so etwas wie den Zauberkochtopf in dem Märchen „Der süße Brei“ entdeckt, der wann immer man möchte Hirsebrei zubereitet.

Doch keine Anlagestrategie funktioniert immer und verlässlich. Wer ein Alpha-Zertifikat kauft, setzt darauf, dass sich ein Basiswert, zum Beispiel ein Aktienindex, besser entwickelt als ein Vergleichsindex. Beliebte Basiswerte sind sogenannte Dividendenindizes, die die Aktien mit den höchsten Dividendenrenditen aus einem Marktindex versammeln. Entwickelt sich der Dividendenindex besser als der Marktindex, bekommt der Anleger die Differenz als Gewinn, egal ob die Börsen steigen oder fallen.

Das Problem: Im wahren Leben schneiden Dividendenindizes (und andere Basiswerte) keineswegs immer besser ab als der jeweilige Vergleichsindex. Besonders dreist: Die insolvente Investmentbank Lehman Brothers brachte sogar Alpha-Zertifikate auf den Markt, bei denen Verluste gewissermaßen garantiert waren. Der Basiswert hatte von vornherein kaum eine Chance gegen den Vergleichsindex. Wer solche Papiere kaufte und nicht über die ungleichen Eigenschaften von Basiswert und Vergleichsindex von seinem Bankberater aufgeklärt wurde, hat nach Ansicht von Rechtsanwälten gute Chancen auf Schadenersatz.

© Fairvalue, aktualisiert am 09.01.2019

Beitrag teilen

Alle Finanzprodukte in der Übersicht

Aktuelle Beiträge

Geldanlage

ETF-Empfehlungen: Die besten börsengehandelten Indexfonds

Geldanlage

ETF-Empfehlungen: Die besten Indexfonds für sieben Anlageklassen

Grau ist alle Theorie. Doch jetzt wird es konkret: Fairvalue hat ETF-Empfehlungen für sieben wichtige Anlageklassen zusammengestellt. Aus diesen börsengehandelten Indexfonds können Sie sich bei Ihrer Onlinebank ein erfolgversprechendes Portfolio zusammenstellen – mit ein paar Klicks.

Dieser Mann ist glücklich mit seinem ETF-Portfolio

Ratgeber

Wie Sie ein fast unschlagbares ETF-Portfolio zusammenstellen

Das optimale ETF-Portfolio existiert nur in der Theorie – leider. Doch mit einer einfachen Diversifikationsregel lassen sich Portfolios konstruieren, die dem unerreichbaren Ideal recht nahe kommen. Fairvalue hat acht Depotmischungen durchgerechnet, an denen Sie sich bei der Zusammenstellung Ihres persönlichen ETF-Portfolios orientieren können.

Emerging Markets wachsen rasant

Aktien

Emerging Markets im Portfolio – Es darf ruhig ein bisschen mehr sein

Emerging Markets spielen in den globalen Aktienindizes nach wie vor nur eine Nebenrolle. Dabei hat sich der Anteil der Schwellenländer an der Weltwirtschaftsleistung in den vergangenen 40 Jahren fast verdoppelt. Anleger sollten den aufstrebenden Märkten ein höheres Gewicht in ihren Portfolios einräumen.

Dossier

Haus oder Wohnung kaufen

Was Sie schon immer über Immobilien wissen wollten

Für die meisten Menschen ist der Kauf einer Immobilie die größte Investition ihres Lebens. Eine falsche Entscheidung kann fatale finanzielle Folgen haben. Was Interessenten alles durchleuchten sollten, bevor sie einen Kaufvertrag unterschreiben, lesen Sie in diesem Dossier.

Immobilien - Für viele ein langersehnter Traum

PRODUKTCHECK