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Bausparvertrag

Geeignet für Sparer, die eine Immobilie kaufen, ein Haus bauen oder modernisieren wollen.

Beim Bausparen haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie können eine Rendite-Variante abschließen, die Sie als Sparvertrag zum Ansparen einer bestimmten Summe nutzen. Das nennt sich Rendite-Bausparen. Oder Sie nutzen einen Bausparvertrag ganz klassisch nach dem Prinzip: Erst sparen, dann bauen. Dann zahlen Sie erst einmal einige Jahre lang regelmäßige Sparraten und sparen damit nicht nur Kapital an, sondern erwerben auch das Anrecht auf einen späteren, besonders günstigen Kredit.

Ein klassischer Bausparvertrag ist in erster Linie ein Instrument, mit dem Sie sich vor einem möglichen Zinsanstieg bei ihrer späteren Immobilienfinanzierung schützen können. Denn der niedrige Zinssatz für das Bauspardarlehen steht schon für die gesamte Vertragslaufzeit fest.

Die Option auf das günstige Darlehen hat allerdings ihren Preis: Bis es so weit ist, müssen sich Bausparer mit mickrigen Sparzinsen begnügen. Davon gehen eine Abschlussgebühr von 1,0 oder 1,6 Prozent der Bausparsumme und meist auch jährliche Kontogebühren von bis zu 30 Euro ab. Häufig bekommt der Bausparer nach sieben oder zehn Jahren Sparzeit nicht einmal die eingezahlten Beiträge zurück.

Haben Sie das Mindestguthaben und eine von der Bausparkasse berechnete Bewertungszahl erreicht, wird Ihr Vertrag zugeteilt. Die Zuteilung markiert den Wendepunkt, an dem Sie vom Sparer zum Kreditnehmer werden. Dann können Sie Ihr Guthaben und zusätzlich das Darlehen für Ihre Hausfinanzierung abrufen. Die Höhe des Darlehens entspricht in der Regel der Differenz aus der vereinbarten Bausparsumme und dem angesparten Guthaben.

Je nach Tarif kann die Gesamtauszahlung die Bausparsumme auch übersteigen. Welcher Bausparvertrag sich am besten eignet, ist für Sparer aber nicht einfach zu erkennen. Ein Bausparvertrag besteht aus mehr als einem Dutzend Konditionen: Guthaben und Darlehenszinsen, Abschluss und Kontogebühren, Mindestguthaben, Tilgungsbeitrag, Zuteilungsvoraussetzungen und vieles mehr. Entscheidend ist das Zusammenspiel dieser Bedingungen.

Renditechance

Ob sich ein Bausparvertrag für die Immobilienfinanzierung lohnt, lässt sich nicht mit Sicherheit voraussagen. Das hängt unter anderem davon ab, wie sich die Hypothekenzinsen entwickeln und wie hoch die Verzinsung für alternative Sparprodukte wie etwa einen Banksparplan ist. Bausparer, die ihren Vertrag in einer Phase niedriger Zinsen abschließen, haben aber gute Chancen, dass sich ihr Vertrag unterm Strich rechnet. Noch besser stehen die Chancen bei Riester-Bausparverträgen. Beispielsweise mit dem Finanztest-Bausparrechner können Sie Bausparangebote mit und ohne Riester-Förderung miteinander und mit einer Bankfinanzierung vergleichen. Den Excel-Rechner können Sie kostenlos herunterladen.

Sicherheit

Bausparverträge sind eine sichere Geldanlage. Das Ersparte ist über die gesetzliche Einlagensicherung und zusätzlich über die Sicherungseinrichtungen der Bausparkassen in unbegrenzter Höhe geschützt. Allerdings gibt es ein Beratungsrisiko: Je höher die Bausparsumme, desto größer ist die Provision für den Vermittler. Wenn Sie sich eine zu hohe Bausparsumme aufschwatzen lassen, besteht aber die Gefahr, dass Ihr Geld nicht zum gewünschten Termin zur Verfügung steht. Sie bräuchten dann eine Zwischenfinanzierung – und die kann teuer werden.

Flexibilität

Bausparverträge sind jederzeit kündbar. Das Guthaben wird dann drei oder sechs Monate später ausgezahlt. Das Bauspardarlehen kann jederzeit vorzeitig getilgt werden. Die Sparraten sind in der Regel flexibel. Sie können sie zum Beispiel erhöhen oder eine Zeit lang aussetzen. Auch Sondertilgungen sind in beliebiger Höhe möglich. Sie sind allerdings von der Zustimmung der Bausparkasse abhängig. Bauspardarlehen dürfen nur für wohnungswirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden, also in erster Linie für den Bau, den Kauf oder die Modernisierung einer Immobilie. Für Riester-Bausparverträge gibt es zusätzliche Einschränkungen.

Empfehlung

Prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf die Riester-Förderung (Riester-Vertrag) haben. Denn ein Riester-Bausparvertrag ist meist die lukrativere Lösung. Egal, ob Sie mit oder ohne Riester-Förderung für Ihre eigenen vier Wände sparen: Lassen Sie sich am besten von mindestens drei Bausparkassen individuelle Angebote erstellen und verlangen Sie einen persönlichen Spar- und Tilgungsplan für jedes Angebot. Daraus muss hervorgehen, wann der Vertrag voraussichtlich zugeteilt wird, wie hoch Ihr Guthaben dann ist, welches Darlehen Sie bekommen und welche Raten Sie bis zur Schuldentilgung zahlen müssen. Achten Sie auch darauf, dass die voraussichtliche Zuteilung zumindest ungefähr an Ihrem Wunschtermin erfolgt.

© Fairvalue 30.10.2017

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