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Schwellenländerfonds

Geeignet für alle Anleger, die langfristig anlegen und höhere Renditechancen haben möchten. Sie sollten eine entsprechend größere Risikobereitschaft mitbringen.

Die Finanzbranche hat Staaten, deren Wirtschaft noch nicht so weit entwickelt ist wie die der Industrieländer, das Etikett „Emerging Markets“ verpasst, aufstrebende Märkte, die an der Schwelle zu einer höheren Entwicklungsstufe stehen. In solchen Schwellenländern investieren diese Aktienfonds.

Was einen entwickelten Aktienmarkt von einem „Emerging Market“ unterscheidet, ist nicht einheitlich definiert. Die meisten Fondsmanager und Börsenprofis folgen der Einteilung von MSCI, einem der größten Indexanbieter weltweit. Danach sind Brasilien, Russland, Indien und China die größten Schwellenländer. Sie werden als Bric-Länder bezeichnet.

Schwellenländer zeichnete bisher vor allem ihr höheres Wirtschaftswachstum im Vergleich zu reifen Industrienationen wie Japan und Deutschland aus. Doch das garantiert keine boomenden Aktienmärkte. In der Vergangenheit gab es keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Wachstumsraten der Wirtschaft und den Aktienrenditen.

Renditechance

Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends boten Schwellenländerfonds eine deutlich bessere Wertentwicklung als Fonds, die sich auf entwickelte Länder konzentrierten. In den 1980er und 1990erJahren hinkten sie aber hinterher. Anfang des zweiten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends blieben Schwellenländeraktien sogar weit hinter denen der Industrieländer zurück, wenn man die Wertentwicklung des Weltindex MSCI World und die des MSCI Emerging Markets zugrunde legt. Letzterer umfasst mehr als 800 Unternehmen aus 21 Schwellenländern. Seit 2016 hat sich das Blatt wieder gewendet. Schwellerländer-Aktien hatten die Nase wieder vorn.

Sicherheit

In der Vergangenheit schwankten Schwellenländeraktien im Schnitt stärker als die von Industrieländern. In schwachen Börsenphasen, wenn die Risikobereitschaft der Anleger nachlässt, können sie deutlich an Wert verlieren.

Flexibilität

Schwellenländerfonds können börsentäglich ge- und verkauft werden.

Empfehlung

Ein Schwellenländerfonds gehört in jedes größere Depot. Er kann die Renditechancen des Gesamtdepots verbessern, ohne dass das Risiko wesentlich zunimmt. Das Gewicht sollte abhängig von der Risikoneigung und der Portfoliostrategie festgelegt werden. Bei aktiv gemanagten Schwellenländerfonds ist jedoch Vorsicht angebracht. Nur wenige schlagen den Vergleichsindex. Bei einer Untersuchung der Zeitschrift Finanztest im Jahr 2012 waren es lediglich sieben. Drei Jahre zuvor schaffte es nur ein einziger. Ein börsengehandelter Indexfonds (ETF) auf den MSCI Emerging Markets ist deswegen eine gute Wahl.

© Fairvalue 09.11.2017

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