Swap

Ein Swap ist ein individuelles OTC-Geschäft, meistens zwischen einem Unternehmen und einem Finanzdienstleister. In der einfachsten Form wird quasi ein variabler Preis gegen einen Fixpreis getauscht. Finanzdienstleister und Firma vereinbaren für eine bestimmte Laufzeit und einen bestimmten Liefergegenstand, etwa einen Rohstoff, einen festen Preis. Steigen die Notierungen an der festgelegten Referenzbörse während der Laufzeit über diese Marke, erhält das Unternehmen Ausgleichszahlungen in Höhe der Differenz. Umgekehrt sind Zahlungen an den Finanzdienstleister fällig, wenn der Kurs des jeweiligen Rohstoffes unter den Fixpreis fällt. Die Ausgleichzahlungen kompensieren die Marktpreisschwankungen.

Swaps sind reine Finanzgeschäfte, die nicht zur physischen Abnahme oder Lieferung einer Ware verpflichten. Anders als bei Futures müssen für Swaps keine Sicherheitszahlungen (Margin) geleistet werden. In der Regel wird mit dem Finanzdienstleister ein Rahmenvertrag abgeschlossen und zuvor die Bonität des Unternehmens geprüft. Die Liquidität der Firma wird wegen des Absicherungsgeschäfts also nicht geschmälert. Abgerechnet wird nicht täglich, sondern periodisch, beispielsweise monatlich oder vierteljährlich. Bei diesem Verfahren wird dann der Durchschnittpreise des Abrechnungszeitraumes zugrunde gelegt. Das ist vor allem dann vorteilhaft, wenn ein Unternehmen regelmäßig, zum Beispiel mehrfach im Monat, mit einem Rohstoff beliefert wird. Mit Zeitpunkt bezogenen Terminkontrakten, müsste jede Lieferung einzeln abgesichert werden. Zudem müssen kurzfristige Preiscrashs nicht sofort ausgeglichen werden. Das senkt das Liquiditätsrisiko.

Swap-Preise leiten sich aus Futures ab

Die Basis für Swaps sind börsengehandelte Futures. Aus ihren Notierungen leitet sich der jeweilige Preis ab. Ist der Swap-Partner eine Bank, werden die Future-Notierungen mit Aufschlägen versehen, mit denen sie sich unter anderem das eingegangene Kreditrisiko sowie die Strukturierung und Abwicklung der Transaktion bezahlen lässt.

Teurer wird es, wenn es keinen liquiden Future-Handel beispielsweise für einen Rohstoff gibt, dessen Preis abgesichert werden soll. Dann ist es für eine Bank schwieriger, ihre Preisrisiken aus dem Swap zu hedgen. Sie muss ersatzweise auf Futures zurückgreifen, die sich möglichst im Gleichlauf mit dem Rohstoff bewegen, den der Kunde absichern will.

In der Regel entwickeln sich zwei Rohstoffpreise aber nicht identisch. Beispielsweise folgen zwar die Preise von Aluminiumlegierungen, die nicht an Börsen gehandelt werden, den Notierungen von Reinaluminium an der London Metal Exchange, aber eben nicht exakt. Die verbleibende Differenz wird Basisrisiko genannt, dessen Übernahme sich die Bank bezahlen lässt.

Auch die Absicherung von Währungsrisiken, die aus dem Rohstoffeinkauf resultieren, ist mit Swaps möglich. Die meisten Banken bieten sie in allen gängigen Hartwährungen an. Standardisierte Futures werden dagegen in US-Dollar gehandelt. Wechselkursrisiken müssen bei Bedarf extra abgesichert werden.

Swaps setzt die Fondsbranche auch zur Konstruktion von synthetischen börsengehandelten Indexfonds (ETF) ein. Der ETF tauscht die Wertentwicklung eines beliebigen Wertpapierkorbes gegen die des Index ein, den der ETF nachbildet. Zwar sind synthetische ETF günstiger herzustellen als physische ETF. Dennoch liefern Swap-basierte Indexfonds keine systematisch höheren Renditen. Wie Anleger erfolgreich ETF auswählen, lesen Sie hier.

© Fairvalue 09.11.2017

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